Erste Ratsversammlung nach der Kommunalwahl : Krabbes ist neuer Stadtpräsident

Glückwünsche zur Wahl: Als ältestes Ratsmitglied führte Inge Bartholdt (SPD) Thomas Krabbes in das Amt des Rendsburger Stadtpräsidenten ein.
Glückwünsche zur Wahl: Als ältestes Ratsmitglied führte Inge Bartholdt (SPD) Thomas Krabbes in das Amt des Rendsburger Stadtpräsidenten ein.

CDU-Ratsherr übernimmt das höchste Ehrenamt von Karin Wiemer-Hinz.

shz.de von
13. Juni 2018, 10:02 Uhr

Rendsburg | Genau 19 Minuten war die Stadt Rendsburg gestern ohne Stadtpräsidenten. Diese Zeitspanne lag zwischen der letzten Handlung von Karin Wiemer-Hinz (Soziales Rendsburg) als Vorsitzende der Ratsversammlung und dem ersten Auftritt ihres Nachfolgers Thomas Krabbes in neuer Funktion. Der 53-jährige CDU-Ratsherr wurde mit großer Mehrheit in das höchste Ehrenamt der Stadt gewählt. Und das in geheimer Abstimmung. Die zweiköpfige Linksfraktion hatte sie gewollt. Ergebnis: 27 Ratsmitglieder votierten für Krabbes, zwei gegen ihn, ein Politiker enthielt sich.

„Pflegen wir unsere Gemeinsamkeiten und nicht unsere Gegensätze“, appellierte Krabbes an die anderen Mitglieder des Stadtparlaments – und ließ rhetorisch souverän die Geheimwahl-Watschn der Linken an sich abperlen. Die vertrauliche Abstimmung, so der CDU-Wortführer, der sich als Stadtpräsident künftig wird zurückhalten müssen, „gibt dem Ganzen mehr Gewicht“. Ein freundlicher Dank an die politischen Antipoden. Linken-Fraktionschef Leon Weber hatte auf LZ-Nachfrage nach dem Grund für den Geheimwahl-Wunsch geantwortet: „Weil es die CDU ist. Wir sind enttäuscht, dass die SPD keinen Kandidaten stellt.“ Ein Affront. Als Usus gilt, dass sich die Ratsversammlung geschlossen hinter ihren (neuen) Sitzungsleitenden stellt.

Auch die weiteren Abstimmungen gaben einen Vorgeschmack auf die Lager in den kommenden fünf Jahren. Auf der einen Seite eine frisch geschmiedete Allianz aus CDU, Grünen, FDP und SSW. Sie verfügt mit 20 von 31 Mandaten über eine stabile Mehrheit. Auf der anderen Seite SPD und Linke. Die Sozialdemokraten scheiterten mit ihrem im Wahlkampf verkündeten Plan, den Stadtpräsidenten wieder in Bürgervorsteher und den Senat wieder in Hauptausschuss umzubenennen. „Herr Sartorius, diese Stadt hat ganz andere Probleme“, sagte Fritjof Wilken (FDP) in Richtung des SPD-Fraktionsvorsitzenden. Auch Anja Ilgenstein (CDU) war gegen die Rückkehr zum Stand von vor fünf Jahren. „Das hier ist kein Facebook-Profil, das man nach Befindlichkeit ändert.“ SPD-Antrag mit 10:20 Stimmen abgelehnt. Mit gleichem Abstand kam die von der FDP ins Spiel gebrachte Gründung eines Ältestenrats durch. Das Gremium soll künftig hinter verschlossenen Türen Grundsatzfragen klären, aber keine konkreten Entscheidungen treffen.

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