Warder : Konzert mit glanzvollem Schlusspunkt im Steinpark

Beste Unterhaltung: Olat Klindwort (links) und Jan-Frederick Behrend zeigten virtuoses Können.
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Beste Unterhaltung: Olat Klindwort (links) und Jan-Frederick Behrend zeigten virtuoses Können.

Gelungene Premiere in Warder: Erstmals Spielort des Schleswig-Holstein Musik-Festivals. Comedy-Musiker „Bidla Buh“ begeisterten das Publikum.

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27. Juli 2015, 17:10 Uhr

Die drei Musiker brachten es am Ende der Premiere auf den Punkt: „Wir haben selten einen Spielort gesehen, der so tiptop und so toll ist. Einfach traumhaft!“ Zum ersten Mal hatte das Schleswig-Holstein Musik-Festival im Steinpark Warder aufgespielt. Es war eine rundum gelungene Premiere: Stilvolles Ambiente, entspannte Atmosphäre, gutes Wetter und Musik-Comedy vom Feinsten. Dazu ein wahrhaft glanzvoller Schlusspunkt.

Der Steinpark Warder liegt auf Gut Seehof, direkt am Kiesabbaugelände der Firma Peter Glindemann. Hier hat der Künstler Ben Siebenrock große und großartige Skulpturen geschaffen und aufgestellt. Inmitten dieser Kunstwerke waren Tische aufgebaut, gut beschirmt und liebevoll mit Blumen dekoriert. Ein schöner Empfang. So erklärte Festival-Intendant Christian Kuhnt bei seiner Begrüßung: „Das ist doch kein Steinpark. Das ist eine Oase.“

Eine Oase mit Scheune, die ausverkauft war. Einige Plätze waren leer geblieben: Vermutlich Freikarten, die nicht abgeholt worden waren. Hätten diese Gäste geahnt, was ihnen entgeht, sie hätten ihre Entscheidung sicher überdacht. Die Drei von „Bidla Buh“ haben den Schalk im Nacken. Sie tragen zwar Frack und Fliege, aber das gehört zum Programm „Sekt, Frack und Rock’n’Roll“ und auch zum Stil der 20-er und 30-er Jahre. Die Rollenverteilung der „Brüder“ (wie sie sich bezeichnen) ist klar: Hans Torge Bollert (Gesang und Trompete) gibt den Conférencier, Olaf Klindwordt (Gitarre, Refraingesang) hält sich meist im Hintergrund und Jan-Frederick Behrend (Schlagwerk, Effekte) ist der dumme August, der den Spott der anderen ertragen muss.

Aber nicht nur er war Zielscheibe: Gleich zu Beginn wurde das Publikum einbezogen. Kerstin aus Niebüll war sehr geschickt mit ihrem „Instrument“. Fortan wurde sie in Liedern besungen oder mit Fragen bedacht. Sie trug es mit Fassung und wurde am Ende mit einer CD belohnt. Ob beim Melodienraten (Hans Torge pfeift wie Ilse Werner) oder bekannten Liedern wie „Veronika, der Lenz ist da“ – mitsingen und –klatschen wer erlaubt, ja erwünscht. Flotte Sprüche, eine Parodie auf Grönemeyer oder die kleine Trompetenkunde – die Mischung war kurzweilig, die Lachmuskeln waren gefordert. Allerdings hätte es gerne mehr Musik sein dürfen und ein bisschen weniger Comedy. Denn „Bidla Buh“ sind erstklassige Musiker.

Als das Publikum dann nach einem kurzen Regenschauer, der die Akustik ein bisschen störte, ins Freie und zum Parkplatz strömte, erlebte es einen glanzvollen Schlusspunkt. Die Autos standen am Rande der Kiesgrube zwischen Kieshügeln, auf denen wiederum Bagger und anderes Gerät stand. Dies wurde farbig angeleuchtet und spie außerdem in regelmäßigen Abständen Feuer. „Toll!“ lautete der Kommentar der Gäste. „Da capo“ kann man da nur sagen. Mehr davon.

> Steinpark Warder: http://ben-siebenrock.de/steinpark-warder

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