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Landeszeitung

16. Dezember 2017 | 12:30 Uhr

Rekord : Konzert der Superlative

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Zahlen markieren einen Rekord: 1300 Zuhörer, Musiker und Sänger füllten die ACO-Thormannhalle bei der Aufführung der „Carmina Burana“. Am Ende gab es tosenden Applaus.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2016 | 18:35 Uhr

Ein neuer Rekord ist erreicht – bis zum vergangenen Sonnabend hatte es noch niemand zuvor geschafft, fast 1300 Menschen in die ACO-Thormannhalle zu locken. Allein 240 Mitwirkende in Chören und Orchester füllten die Bühne. Sie präsentierten den Zuhörern in der voll besetzten Halle die „Carmina Burana“ von Carl Orff (1895-1982). Die groß angelegte Kantate besteht nicht nur aus dem bekannten „O Fortuna“. Auch „Cantiones profanae – weltliche Gesänge“, treffen immer wieder den Nerv des Publikums. So auch an diesem denkwürdigen Abend.

Die Göttin des Glücks und des Schicksals bildete am Anfang und Ende die Klammer um das weit über eine Stunde dauernde Gesamtwerk. Anfangs war es noch hart für große Teile des Publikums, die Unterhaltungswelt mit Smartphone und Gespräch sein zu lassen; sich auf sich selbst zu besinnen, einfach „da“ zu sein und Musik auf sich einwirken zu lassen. Kirchenmusiker von St. Marien Volker Linhardt und sein Team – Anna Herbst (Sopran, eindrucksvoll gestaltend), Andreas Heinemeyer (Bass, eine Stimmenentdeckung) und Andreas Krohn (genialer Stimmenenakrobat des gebratenen Schwans), die Kinderchöre der Deutsch-Dänischen Eiderskjolen und des Helene-Lange-Gymnasiums, der Kantatenchor St. Marien mit ganz vielen Gästen und das Collegium Musicum Lübeck hatten es schließlich geschafft, nach anfänglicher Unruhe das dann erwartungsvoll lauschende Publikum für sich einzunehmen. Mit Carl Orffs Musik ist es gelungen.

Schon nach dem einleitenden, mindestens so populären „Boléro“ von Maurice Ravel aus dem Jahr 1928 spürte man deutlich, warum dieses Konzert wohldurchdacht außerhalb des kirchlichem Umfeldes stattfand. Das „reine Orchesterstück ohne Musik“ (wie Ravel sein Werk selbst charakterisierte) entführte aus einer Film- und Werbewelt vorab in der ersten Musik-Viertelstunde des Abends mit bewundernswert gleichmäßigem Rhythmus in eine Welt ohne Sprache und Smartphone. Schade nur, dass man das agil agierende Orchester größtenteils nicht sehen konnte. Die riesige Bühne in der Thormannhalle war schon mit Chormitgliedern voll besetzt. Auch ein Rekord.

Chorische Herausforderungen für den Gesamtchor als auch Teilen wie dem Frauen-, Männer- und Kinderchor gab es massenhaft zu meisten. Sie wurden zu Glanzpunkten dieser Mammut-Aufführung. Herausragend die Wirkung der hohen Partien des Frauenchores und beider Kinderchöre in der Einstudierung von Bente Lange und Alexandra Schulz. Verdienstvoll war auch das Programmheft mit allen Texten in originaler Sprache und Übersetzungen.

Ein Konzert der Superlative. Groß besetzt und großartig gelungen – auch wenn in den ersten beiden Carmina-Burana-Teilen die Musiker-Kollegen aus Lübeck nicht immer die Konzentration zeigten, an die man in der Thormannhalle gewöhnt ist. Großartig war das Gesamterlebnis dennoch.

Es war faszinierend, zu spüren, wie unter der Leitung von Volkert Linhardt ein wohlvorbereitetes Stimmen- und Instrumentenensemble über anderthalb Stunden die Aufmerksamkeit des Publikums gewann und welche Begeisterung Musik auslösen kann. Der tosende Beifall und die Standing Ovations zum Schluss hatten das eindrucksvoll bewiesen.


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