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Rendsburg : Komposthaufen stört Friedhofsruhe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Angehöriger kritisiert den ungepflegten Zustand der Grabanlage in Neuwerk.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 11:45 Uhr

Ein großer Komposthaufen neben einem Familiengrab sorgt für Ärger. Matthies Heinemann besucht die Ruhestätte, in der zehn Mitglieder seiner Familie ruhen, wöchentlich. Jedes Mal stört er sich am Anblick der „Komposthalde“. Diese erstreckt sich über ein „bestimmt 30 mal 30 Meter großes“ Areal und ragt deutlich über den Holzzaun, der neben dem Grab der Heinemanns verläuft, hinaus. Hans-Hinrich Blunck, Vorsitzender des Kirchengemeinderats der zuständigen Christkirchengemeinde Rendsburg-Neuwerk, gibt auf Nachfrage an, den Vorwurf ernst zu nehmen und das Gespräch mit Heinemann suchen zu wollen.

„In den letzten Jahren habe ich das Gefühl, es geht bergab“, sagt Heinemann und meint damit den Zustand des Friedhofs am Kanalufer. Am meisten ärgert er sich über einen „drei bis vier Meter hohen Komposthaufen“, der wenige Meter von seinem Familiengrab aufgetürmt ist. „Die Halde ist schon seit Jahren so hoch und wird nicht abgefahren“, klagt der 64-Jährige. Bereits mehrfach hat er deshalb die Friedhofsverwaltung angesprochen – ohne Erfolg.

Er empfindet es als unwürdig, dass sein Vater, „ein Sohn und Förderer dieser Stadt“, neben einem Komposthaufen begraben liegt. Nach dem 2002 verstorbenen Hans Heinemann ist ein Skulpturenpark in der Innenstadt benannt. Der Unternehmer, Maler und Mäzen engagierte sich unter anderem im Landeskulturverband. Matthies Heinemann betont aber, dass es ihm um alle geht, die durch den Anblick des großen Komposthaufens in ihrer Trauer gestört werden könnten.

Auch die Wege kritisiert er als „ungepflegt“. Zudem ärgert der Rentner sich über einen Haufen halb verrotteter Äste, der wochenlang zwischen den Gräbern liegen blieb. „Man zahlt Zigtausende, und da passiert nichts. Man fühlt sich echt verschaukelt“, sagt er mit Blick auf die hohen Kosten für eine Grabstelle. „Ich frage mich: Wo bleibt das Geld“, setzt er hinzu. Heinemann ist so enttäuscht vom Friedhof Neuwerk, dass er es sogar in Kauf nimmt, nicht neben seinem Vater beerdigt zu werden: „Hier wird niemand mehr aus meiner Familie beigesetzt“, stellt er klar.

Hans-Hinrich Blunck, Vorsitzender des Kirchengemeinderats, sagt auf Anfrage, er habe zum ersten Mal von der Beschwerde gehört. „Wir gehen der Situation nach“, versichert er. Den Unfrieden will er im Dialog mit Heinemann lösen. Dass „eine Umgestaltung in dem Bereich geboten ist“, sei in der Kirchengemeinde bereits besprochen worden. Allerdings dürfe man auch den Aspekt der Finanzierung nicht vergessen. Die Äste, die wochenlang zwischen zwei Gräbern lagen, seien bereits entfernt worden.

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