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Fotoausstellung : Könner hinter der Kamera

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Er hat alles, was in der Welt Rang und Namen hatte, fotografiert: Robert Lebeck, der berühmte Fotoreporter. Jetzt sind seine Fotos in den Museen im Kulturzentrum zu sehen. Die Schau trägt den Titel „Unverschämtes Glück“.

Der Museumsleiter hat Glück gehabt. Dr.    Martin Westphal verfolgte schon seit Jahren das Ziel, eine Ausstellung mit Bildern des großen, deutschen Fotoreporters Robert Lebeck nach Rendsburg zu holen. Die Verhandlungen mit dem Büro des Künstlers in Berlin waren allerdings ins Stocken geraten. Doch dann landete auf dem Schreibtisch des Museumschefs das neue Programm mit Wanderausstellungen der „Stiftung Haus der Geschichte“ in Bonn. „Darin wurde die Lebeck-Schau angeboten“, erinnert sich Westphal. „Und diese Chance habe ich mir nicht entgehen lassen.“

Unter dem Titel „Unverschämtes Glück“ wird heute um 17 Uhr in den Museen im Kulturzentrum die Ausstellung mit Fotografien aus Deutschland von Robert Lebeck eröffnet. Präsentiert werden 50 Bilder, überwiegend Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Die Aufnahmen des Journalisten, der im vergangenen Jahr im Alter von 85 Jahren gestorben ist, schrieben Mediengeschichte. „Die Arbeiten halten große Momente des 20. Jahrhunderts fest“, sagt Martin Westphal. „Zu den faszinierendsten Bildern gehören zum Beispiel die Fotos aus dem Jahr 1955 von den Kriegsheimkehrern aus russischer Gefangenschaft in Friedland. Der Blick in die Gesichter der Männer löst bei mir jedes Mal wieder eine Gänsehaut aus.“

Viele großartige Bilder entstanden im Laufe der 50-jährigen Karriere Lebecks, seit 1966 meist im Auftrag der Zeitschrift „Stern“. Er berichtete über Staatsbesuche und Militärparaden, Konsumfreuden, Wiederaufbau und die Provinz. Seine Kamera hielt all das fest. So nah und unmittelbar, als wäre der Betrachter in jedem dieser besonderen Augenblicke dabei gewesen. Zahlreiche Fotografien gelten mittlerweile als „Ikonen“ und fehlen in keiner Übersicht des Fotojournalismus.

Lebeck, geehrt mit zahlreichen Auszeichnungen, porträtierte auch Spitzenpolitiker und Prominente. Er lichtete Elvis Presley als Soldat ab, Helmut Kohl vor dem Kapitol in Washington, Günter Grass beim Tanz mit seiner Frau Ute, Willy Brandt im Speisewagen und Helmut Schmidt in seinem Haus am Brahmsee. Der „charmante Dieb des Augenblicks“, wie Lebeck einmal genannt wurde, ließ die Stars nicht posieren, seine Bilder zeigen die Menschen, so wie sie sind. Er näherte sich den Szenen zurückhaltend, niemand wurde aufgestellt, nichts arrangiert. Allein der Augenblick zählte.

Prominenten habe er nie aufgelauert, sagte der Fotokünstler 2011 in einem Interview. Er habe meistens „unverschämtes Glück“ gehabt. Dieses bescheidene Zitat bildet nun das Motto der Ausstellung. Und dieser Titel trifft zu – ganz besonders für den hingerissenen Betrachter.

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erstellt am 27.Feb.2015 | 18:02 Uhr

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