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Denkmalgeschützt : Königinstraße 1: Kreis spart bei Verkauf eine Million Euro

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Verwaltung will denkmalgeschütztes Haus veräußern. Sanierungskosten übersteigen Gebäudewert.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 06:00 Uhr

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde will das letztes denkmalgeschützte Gebäude seines Besitzes loswerden. Zumindest hat die Verwaltung die Kreis-Politiker darum gebeten, den Verkauf des 322 Jahre alten Hauses an der Königinstraße 1 in Rendsburg prüfen zu dürfen – und sie hat grünes Licht bekommen. Mit dem Verkauf verspricht sich die Verwaltung eine Einsparung von einer Million Euro in den kommenden zehn Jahren. Denn an dem eingetragenen Denkmal stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an.

Von außen gehört das Haus gegenüber der Christkirche eher zu den unscheinbaren Bauten im Umfeld des Paradeplatzes. Im Werk „Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein“ ist es als „schmuckloser zweigeschossiger Backsteinbau auf Granitquadersockel mit nachträglich verputzter Fassade“ verzeichnet. Doch es hat eine lange Geschichte hinter sich. Gebaut wurde es in den Jahren 1693 und 1694 von Domenico Pelli als Superintendentur. Im Jahr 1800 wurde es um einen Gebäudeflügel erweitert und kurze Zeit später, ab 1812, als Amtshaus genutzt. Nach noch einmal gut einhundert Jahren begann die Geschichte des Kreises in dem Haus: 1919 wurde es Landratsamt und Kreisverwaltungsgebäude. Zwischenzeitlich wurde es auch als Polizeibehörde genutzt. 1976 folgte eine Sanierung.

Heute sind die Büros von rund 30 Mitarbeitern des Fachbereichs Jugend und Familie in dem Haus untergebracht, unter anderem der Jugend- und Sozialdienst. Eine Prüfung hat laut Verwaltung ergeben, dass der Zustand des Gebäudes jedoch nicht zufriedenstellend ist, daher ist „die Nutzung für Büroräume im Vergleich zu anderen Liegenschaften nicht wirtschaftlich“. Im Zehn-Jahres-Plan ist für den Erhalt eine Million Euro einkalkuliert worden. Damit wäre die Investitionssumme größer als der Wert des Gebäudes, so Hans-Joachim Paulsen vom Kreisbauamt. Zum Beispiel müssten bald das Pfannendach für 300  000 Euro und die Fenster für 110  000 Euro erneuert werden. Daher empfiehlt die Verwaltung, woanders Büros anzumieten, anstatt ständig Geld in das Gebäude zu stecken. Damit könne auch flexibler auf den eigenen Bedarf reagiert werden.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat sich erst 2015 von zweien seiner Gebäude getrennt: Die Büchereizentrale an der Wrangelstraße 1 in Rendsburg und das ehemalige Schullandheim in Wyk auf Föhr sind verkauft worden (wir berichteten). Mit der Option auf die Königinstraße 1 setzt sich die Reihe fort. Als neue Strategie zur Haushaltssanierung will das der Leiter des Fachbereichs „Regionalentwicklung, Bauen und Schule“, Dr. Martin Kruse, jedoch nicht verstanden wissen. „Wir prüfen ständig, ob der Gebäudebestand noch den Anforderungen der Verwaltung entspricht“, sagte er auf Nachfrage der Landeszeitung. Noch steht das denkmalgeschützte Haus jedoch nicht zum Verkauf.

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