Knappe Entscheidung für den Süden

Soll erweitert werden: Der Windpark Osterrade. Foto: Becker (3)
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Soll erweitert werden: Der Windpark Osterrade. Foto: Becker (3)

Bovenauer Gemeindevertreter für Erweiterung des Windparks Osterrade / Nur die CDU stimmt für alternative Fläche Richtung Alter Eiderkanal

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15. Oktober 2011, 07:49 Uhr

Bovenau | Der seit 2001 bestehende Windpark Osterrade soll erweitert werden - da sind sich alle elf Bovenauer Gemeindevertreter einig. Möglichst in nördlicher Richtung, weg vom Dorf in Richtung Nord-Ostsee-Kanal. Zusätzlich soll auch für eine Fläche südöstlich des Windparks eine positive Stellungnahme abgegeben werden. Die Entscheidung für eine mögliche "Süderweiterung" fiel in der Sitzung am Donnerstagabend allerdings denkbar knapp aus - mit der Einstimmen-Mehrheit der CDU-Fraktion.

160 Hektar Eignungsfläche für Windkraftanlagen nördlich der Gemeinde in Richtung Sehestedt hatte Bovenau gemeldet. Diese ist vom Innenministerium gestrichen worden. Dafür hat das Ministerium 32 Hektar nördlich des Alten Eiderkanals für Windräder vorgesehen. In einer Einwohnerversammlung am Montagabend waren die Bürger darüber informiert worden.

Der Kanal sei landschaftsprägend und habe große Bedeutung für die Orientierung von Zugvögeln, hieß es in der Begründung des Ministeriums für den verbreiterten Schutzkorridor von jeweils einem Kilometer nördlich und südlich des Kanals. Zudem befinde sich auf der Fläche die Ruine einer Motte, einer archäologisch bedeutenden Turmhügelburg.

Diese vom Land angeführten Gründe für die Streichung als Eignungsfläche will die Gemeinde in ihrer Stellungnahme entkräften. Die Pufferzone am Kanal müsse geprüft werden, die Bedeutung für den Vogelzug sei gering, und die Turmhügelburg liege schon jetzt in der Sichtachse der vorhandenen Windräder, werden die Argumente lauten.

"Falls die Nordfläche doch nicht genehmigt wird, sollten wir wenigstens die südliche Fläche bekommen", meinte Johannes Jacobs (CDU), "sonst haben wir gar nichts."

Die vom Ministerium vorgeschlagene Fläche südöstlich des Windparks reicht bis auf 250 Meter an den Alten Eiderkanal heran und damit näher an den Ortsteil Wakendorf. Schon in der Einwohnerversammlung wurden Stimmen gegen die Flächenausweisung laut. Die Anwohner befürchten Beeinträchtigungen durch die Windräder und Wertminderungen ihrer Häuser.

"Wenn da 180 Meter hohe Windräder hinkommen, wird es hier richtig brennen", argumentierte Ilme Bartels (parteilos) gegen eine positive Stellungnahme der Gemeinde. Auch Frank Prieß (SPD) sprach sich gegen die Südostfläche aus. Er sieht eine "größere Beeinträchtigung der Bürger und ein deutlich höheres Konfliktpotential".

Man dürfe diese Fläche nicht melden, ohne die Bürger zu befragen, verlangte Kay Denker, der vor zwei Jahren einen Bürgerentscheid, der knapp pro Windkraft ausging, mitinitiiert hatte. "Bei dem Entscheid ging es um die Norderweiterung. Die Gemeinde kann jetzt keine neue Fläche melden", sagte er.

Mit sechs zu fünf Stimmen beschloss die Gemeindevertretung, auch zur Süderweiterung eine positive Stellungnahme beim Land abzugeben.

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