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Hohenwestedt : Klöppeln ist meist Frauensache

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das alte Kunsthandwerk ist beliebt wie lange nicht mehr – nur Männer halten sich immer noch sehr zurück.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 18:56 Uhr

Das Heimatmuseum in der Hohenwestedter Friedrichstraße entwickelt sich allmählich zu einer echten Klöppel-Hochburg. Unter dem Motto „Klöppeln – wie geht das?“ luden diesmal gleich vier Handarbeitsexpertinnen Besucher dazu ein, auf Klöppelbock oder Klöppelplatte mit 28, 40 oder noch mehr Holzklöppeln herumzuhantieren. Vor einem halben Jahr hatte es im Burmesterhaus bereits einen Klöppel-Nachmittag gegeben (wir berichteten) – und am 30. Oktober startet in der Volkshochschule Hohenwestedt ein Klöppel-Kursus.

„Man kommt dabei so schön zur Ruhe, man kann sich wunderbar entspannen.“ So wie Elfi Krüger schwärmen Klöpplerinnen allgemein von der entspannungsfördernden Wirkung ihres Hobbys. Was dem Laien allerdings nicht unmittelbar einleuchtet. Denn das Herumhantieren mit bis zu 140 Klöppelpaaren sieht auf den ersten Blick sehr kompliziert aus. Wenn etwas schwierig ist, kann man Fehler machen, und da könnte dann womöglich doch Stress ins Spiel kommen. Wie zur Bestätigung verkündet Hildegard Schmölcke, die mit dem Klöppeln eines Lesezeichens in Katzenform begonnen hat, dass sie sich vertan hat und deshalb noch einmal ganz von vorn anfangen müsse. Was sie aber ganz entspannt vorträgt, um sich dann in Seelenruhe dem Neubeginn zu widmen. Hildegard Schmölcke aus Hohenwestedt und Helene Wilkens aus Jahrsdorf hatten ihr Können bereits beim Burmesterhaus-Klöppeln vor einem halben Jahr vorgeführt.

Beim „Klöppeln – wie geht das?“-Nachmittag waren nun doppelt so viele Expertinnen im Einsatz, nämlich zusätzlich zu den beiden Lokalmatadorinnen auch noch Elfi Krüger aus Kaltenkirchen und Antje Köster aus Rickert. Krüger hatte beim „Klöppeln zwischen den Meeren“ am 1. Oktober in Rendsburg ihr erstes eigenes Klöppelmuster-Buch präsentiert und wurde dort von Hohenwestedts Museumsvereins-Chefin Monika Rockenbach-Freitag fürs Burmesterhaus-Klöppeln engagiert. Elfi Krüger zeigte ihre selbstkreierten „floralen Sterne“, die das Thema ihres Buchs sind und die sie auf exklusive Weise gestaltet: mit handbemalten Klöppeln aus England und Baumwolle aus Ägypten.

Dass auch Antje Köster zum zweiten Hohenwestedter Museumsklöppeln eingeladen war, liegt daran, dass die Rickerterin als absolute Koryphäe auf ihrem Gebiet gilt und an mehreren Volkshochschulen im ganzen Land Kurse gegeben hat. So hat sie maßgeblichen Anteil daran, dass es in Schleswig-Holstein nach wie vor eine ganze Reihe von begeisterten Klöpplerinnen gibt. Die Zahl der männlichen Klöppler ist hingegen sehr überschaubar. „In meinen 30 Jahren als VHS-Dozentin in Heide, Kiel, Rendsburg und Hohenwestedt hatte ich insgesamt zwei männliche Kursteilnehmer: einen Studenten und einen Rentner“, erzählte Antje Köster. Weshalb sich die Klöppel-Expertin auch sehr über das Interesse von Matthias Köster vom Museumsverein Hohenwestedt freute.

> Kursus „Klöppeln für Anfänger und Fortgeschrittene“ (19 Uhr) mit Antje Köster, Anmeldung bei der VHS unter Tel. 048 71 / 49 96 44 oder per E- Mail an vhs.hohenwestedt@t-online.de.

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