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Landeszeitung

14. Dezember 2017 | 01:59 Uhr

Klönen, kaufen und Schiffe gucken

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der neue „Kanaltreff“ ist eröffnet / Großer Andrang am Tag der offenen Tür und viele lobende Worte für den ungewöhnlichen Neubau

von
erstellt am 19.Dez.2016 | 13:22 Uhr

„Wir wollen unseren Bürgern eine Möglichkeit zum Klönen und zum Einkaufen geben.“ Aus diesem Grund, so Sehestedts Bürgermeisterin Rita Koop, hatte sich der Gemeinderat für den Bau eines neuen Gebäudes oberhalb des Kanals entschieden – einstimmig, wie sie betonte. Gestern wurde der „Kanaltreff“ mit einem Tag der offenen Tür eröffnet. Von 11 bis 19 Uhr waren es mehr als 300 Besucher, die sich den schnittigen Bau anschauten.

Mit dem Klönen klappte es sofort. Innerhalb kurzer Zeit waren alle Plätze in der neuen Gaststube besetzt, fanden sich überwiegend Ältere bei einer Tasse Kaffee zusammen. Den gab es gestern zwar kostenlos, aber auch in Zukunft, so betont Imbiss-Wirt und Markttreff-Betreiber Holger Petersen, soll ein Pott Kaffee lediglich einen Euro kosten. An den Kosten des 2,5-Millionen-Projektes hatte sich in der Gemeinde mehrfach Unmut geregt – inoffiziell hatte es Gerüchte und Kritik gegeben. Ganz offiziell erwiderte Rita Koop gestern darauf: „Der Imbiss hat nicht so viel Geld gekostet“, und es habe EU-Förderung in Höhe von 750  000 Euro gegeben. Schließlich bestehe der Bau aus drei Komponenten: dem Bürgerraum plus Bürgermeisterbüro, dem Markttreff und dem Imbiss. Alles zusammen firmiert nun unter dem Begriff „Kanaltreff“ – für den es von zahlreichen Besuchern lobende Worte gab. Im Markttreff stapelten sich dekorativ Kürbisse und Gemüse vom örtlichen „Wischhof“ und Kartoffelsäcke vom Gut Schirnau. Es sind überwiegend Produkte aus der Region, die hier angeboten werden, dazu Lebensmittel des täglichen Bedarfs wie Margarine oder Pizza. Denn, so Rita Koop in ihrer Eröffnungsrede, eine Zukunftswerkstatt habe gezeigt, dass sich die Bürger wieder einen Dorfladen wünschten.

Nun hoffen die Beteiligten, dass er auch entsprechend angenommen wird. Als Renner erwies sich jedenfalls die Schokolade. Juliane Rumpf vom Gemeinderat hatte Schokoladentäfelchen mit Sehestedt-Aufschrift in Handarbeit von der Bonbonkocherei in Eckernförde anfertigen lassen. „Die gehen weg wie warme Semmeln“, stellte sie nach knapp zwei Stunden fest – trotz eines stattlichen Preises.

Dann gab es noch ein Ständchen von den Kindergartenkindern. Auf Spanisch intonierten die Kleinen „Feliz Navidad“, denn in der Gemeinde wird Spanisch-Unterricht gegeben – demnächst im neuen Bürgerraum, für den Einheimische bereits eine Reihe von Aktivitäten angeboten haben. Zwei Nachbarn von Rita Koop haben ebenfalls zu dem Projekt einen Beitrag geleistet: Inga Aru und Wolfgang Gramm. Beide sind für die NordArt in führender Position tätig, beide arbeiten aber auch künstlerisch. Der Gemeinde haben sie eine Skulptur als Dauerleihgabe überlassen. Sie ziert den Hang vor dem Gebäude und ist vom Kanal aus gut zu sehen.

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