Neuer Chefarzt in Rendsburg : Klinik statt Kirche

Symbolische Schlüsselübergabe: Dr. Markus Siggelkow (rechts) übernimmt seit Anfang dieses Jahres die Chefarztstelle in der Imland-Klinik von Dr. Issifi Djibey.
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Symbolische Schlüsselübergabe: Dr. Markus Siggelkow (rechts) übernimmt seit Anfang dieses Jahres die Chefarztstelle in der Imland-Klinik von Dr. Issifi Djibey.

Imland stellt Dr. Markus Siggelkow offiziell vor. Er übernimmt den Posten von Dr. Issifi Djibey in der Gefäß- und Thoraxchirurgie.

shz.de von
05. Januar 2015, 19:54 Uhr

Neues Gesicht in der Imland-Klinik: Seit Januar ist der gebürtige Hannoveraner Dr. Markus Siggelkow (45) Chefarzt für Gefäß- und Thoraxchirurgie. Er übernimmt die Position von Dr. Issifi Djibey, der Anfang Dezember in den Ruhestand verabschiedetet wurde. Im Interview mit LZ-Redakteurin Jana Walther spricht Siggelkow über die Herausforderungen seiner neuen Stelle in Rendsburg.

Herr Dr. Siggelkow, Sie sind der neue Chefarzt für Gefäß- und Thoraxchirurgie. Was bedeutet das genau?

Ich habe ab sofort viel weniger mit Medizin zu tun, als vorher. Der administrative Anteil ist hoch. Im Herzen bleibe ich aber immer Chirurg. In meinem Fachbereich habe ich es häufig mit schwer kranken und alten Patienten zu tun. Krankheiten wie das Raucherbein oder Lungenkrebs gehören zum Alltag.

Wie gehen Sie damit um, wenn Patienten versterben?

Man muss lernen, dass es nichts mit persönlichem Versagen zu tun hat. Man muss als Arzt den Tod als natürliches Ende des Lebens akzeptieren.

Wie sind Sie nach Rendsburg gekommen?

Ich habe vorher acht Jahre im UKSH in Kiel gearbeitet und dort die Gefäßchirurgie mit auf- und ausgebaut. Vor drei Jahren reifte dann in mir der Gedanke mit Rendsburg. Die Stadt gilt als Flaggschiff für Gefäßchirurgie in Schleswig-Holstein. Mein Glück, dass Dr. Issifi Djibey älter ist, als er aussieht. (Er lacht.)

Haben Sie eine Verbindung zur Stadt?

Ich kenne Rendsburg leider kaum. Im Sommer werde ich mir Zeit nehmen, die Gegend zu erkunden. Zu den Menschen im Krankenhaus habe ich schon eine Verbindung. Mein Fachbereich ist ein enger Kreis, wir sind in Schleswig-Holstein sehr gut vernetzt. Daher sind mir einige Gesichter bekannt.

Sie waren zuletzt in Kiel tätig. Bleiben Sie dort wohnen?

Ja, dort habe ich meine Familie, und die geht immer vor. Ich habe drei Söhne, zwei sind schulpflichtig, einer geht in den Kindergarten. Ich möchte sie nicht aus ihrem sozialen Netz holen.

Wollten Sie eigentlich schon immer Arzt werden?

Nein, ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen. Meine Eltern sind beide in der Kirche tätig, genau wie meine Schwester und mein Onkel. Ich wollte ebenfalls dort arbeiten, zum Beispiel als Diakon. Doch mein Zivildienst bei den Johannitern hat mich dann doch in eine andere Richtung gelenkt.

Was machen Sie, wenn Sie mal nicht im Krankenhaus sind?

Die wenige Zeit gehört meiner Familie. Ich hoffe aber, dass ich es bald schaffe, einen Segelkurs zu machen. Das wollte ich schon immer. Ich jogge auch, wenn es die Zeit erlaubt. Ich möchte in diesem Jahr auch am Imland-Lauf teilnehmen.

Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Viele haben an meinem ersten Tag gesagt, ich trete in große Fußstapfen. Ich habe aber gar nicht vor, in Dr. Issifi Djibeys Fußstapfen zu treten. Mein Ziel ist es, eigene Spuren zu ziehen, eigene Fußstapfen zu schaffen.

Medizinische Laufbahn

Studiert hat Dr. Markus Siggelkow an der Medizinischen Hochschule in Hannover. Seine Zeit als Arzt im Praktikum absolvierte er in der Unfallchirurgischen Klinik Braunschweig. Nach mehreren Weiterbildungen machte er seinen Facharzt für Gefäßchirurgie, ebenfalls in Braunschweig. Im Oktober 2006 wechselte er nach Kiel an die Uniklinik und wurde zunächst Oberarzt, ein Jahr später dann Leitender Oberarzt der Gefäßchirurgie. Zuletzt war der 45-Jährige als Leiter des Gefäßzentrums Nord in Kiel tätig.

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