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Pflegekursus für Angehörige : Kleines Einmaleins am Krankenbett

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wenn der Partner oder Eltern zum Pflegefall werden, sind oftmals die Angehörigen gefragt. Ein neuer Kursus soll ihnen dabei helfen.

von
erstellt am 11.Aug.2015 | 12:00 Uhr

Vorsichtig zieht Karen Dirks die Frau auf dem Krankenbett vor ihr ans Kopfende. Adrienne Günther, die in dieser Szene die Patientin spielt, hält sich an dem triangelförmigen Griff über ihr fest und versucht mitzuhelfen. Noch ein Kissen unter den Rücken, das Kopfteil ein wenig nach oben stellen, schon ist Adrienne Günther in einer aufrechten Position und bereit fürs Frühstück. Seit einer Woche findet der kostenlose Kursus „Familiale Pflege – Unterstützung für pflegende Angehörige“ in der Imland-Klinik statt. Dort bekommen die Teilnehmer wertvolle Tipps, wie sie ihre Verwandten richtig betten, waschen und versorgen.

Manchmal sind es nur kleine Handgriffe, die im Alltag große Erleichterungen bringen, weiß Adrienne Günther, die ihren Schwiegervater zu Hause pflegt. Einfach die Füße seitlich vom Bett wegdrehen, wenn es ans Aufstehen geht, erklärt Pflegetrainerin Katrin Krakuhn den insgesamt neun Teilnehmern. „Dann setzt die Hebelwirkung ein, und es ist viel leichter ihn hochzuziehen.“

Doch es sind längst nicht nur Handgriffe, Pflegetechniken und Infos über Hilfsmittel, welche die Teilnehmer aus dem dreitägigen Kursus mitnehmen. Es ist der Austausch untereinander, der den Angehörigen hilft, mit der Situation zurecht zu kommen. Ängste und Sorgen werden geteilt, über die verschiedenen Krankheiten gesprochen. „Mir gibt das hier so viel. Wir sind eine tolle Gruppe. Jeder hat seine Probleme, aber man bekommt hier das Gefühl, nicht allein zu sein“, so Adrienne Günther.

Deshalb beginnt auch jeder der drei Kurstage mit einem Gesprächskreis. Dort kann es auch mal sehr emotional werden, die eine oder andere Träne fließt, wenn über den erkrankten Partner gesprochen wird. Aber es wird auch gelacht, wenn zum Beispiel eine der Teilnehmerinnen fragt, wie sie es nur hinbekommt, selber nicht klitschnass zu werden, wenn sie ihren Mann duscht. „Natürlich machen wir hier in drei Tagen keine voll ausgebildeten Pfleger aus den Teilnehmern. Aber wir unterstützen, so gut wir können. Wir wollen sie nicht alleine lassen“, sagt Krankenschwester Katrin Krakuhn.

Für die kommenden Monate sind weitere Kurse geplant (Termine siehe Infokasten). Zusätzlich soll es ab Oktober eine Gesprächsgruppe für pflegende Angehörige geben. Weitere Einzelheiten werden noch bekannt gegeben.

 

 

 

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