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Theater : „Kleiner Mann“ kommt groß raus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Premierenfieber steigt. Die neue Spielzeit beginnt. Am Sonntag öffnet sich erstmals nach der Sommerpause wieder der Vorhang für die große Bühne des Rendsburger Theaters.

Was passiert, wenn zwei junge Menschen ein Kind erwarten und wissen, dass das Geld für Drei nicht ausreichen wird? Die Weltwirtschaftskrise naht, die Arbeitslosigkeit nimmt rapide zu. Es drohen Elend und Armut. In dieser düsteren Zeit spielt die Liebesgeschichte „Kleiner Mann – was nun?“. Mit dem sozialkritischen Roman über das politische und wirtschaftliche Leben am Ende der Weimarer Republik gelangte der Schriftsteller Hans Fallada zu Weltruhm.

Das Schleswig-Holsteinische Landestheater bringt den Literatur-Klassiker in einer Schauspielfassung mit Live-Musik auf die Bühne. Am Sonntag, 28. September (19 Uhr), hat das Stück über einen kleinen Angestellten und seinem „Lämmchen“, einer Frau von beherzter Lebenskraft, im Rendsburger Stadttheater Premiere. Mit der Inszenierung von Ingo Putz wird zugleich die neue Spielzeit in Rendsburg eröffnet. In den kommenden Monaten soll das Publikum mit einem hochkarätigen Spielplan unterhalten werden. Bewährter Stoff steht neben modernen Stücken von jungen Autoren.

„Möglicherweise ein letztes Mal gibt es ein Angebot in dieser Breite“, hat Peter Grisebach, Intendant des krisengeschüttelten Landestheaters angekündigt. Durch die Schließung des Schleswiger Theatergebäudes ist die Zukunft des Unternehmens bekanntlich bedroht. Der Theater-Chef bleibt dennoch kämpferisch: „Wenn wir abgewickelt werden, sollen die Leute wissen, was sie verlieren. Deshalb bieten wir in allen Sparten das möglichst Beste, das wir leisten können.“

Die Rendsburger Theaterfreunde können das Versprechen des Intendanten am kommenden Wochenende gleich bei zwei Gelegenheiten überprüfen. Neben der Fallada-Premiere auf der großen Bühne am Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz wird zu einer literarisch-kulinarischen Lesung mit einer Kochshow eingeladen. Im Rahmen des „Langen Tages der Kultur“ servieren die Theatermacher gemeinsam mit den Verantwortlichen des Jüdischen Museums am Sonnabend, 27. September (20 Uhr), ein „Fest der Sinne“ in der ehemaligen Synagoge in der Prinzessinstraße. Unter dem Titel „Von Langusten, Lauch und Libido“ präsentieren die Schauspieler Karin Winkler und Reiner Schleberger unter der Leitung von Anja Meißner ein Menü mit Kostproben aus der Literatur und der Küchenkunst.

Zu dem Erfolgsrezept des Landestheaters, das in Rendsburg mit steigenden Besucherzahlen belohnt wird, gehört auch die musikalische Würze. Denn nicht nur die Schauspiel-Sparte startet in eine neue Saison. Auch das Musiktheater steht in den Startlöchern. Zum Auftakt wird die „Königin der Operette“ ins Rennen geschickt. Am Sonnabend, 4. Oktober (19.30 Uhr), soll der Kult-Klassiker „Die Fledermaus“ von Johann Strauß in Rendsburg für Wiener Charme, Walzerseligkeit und unbeschwerte Champagnerlaune sorgen. Die Operette trat nach ihrer Wiener Uraufführung 1874 einen unvergleichlichen Siegeszug über die Bühnen der Welt an. Die hintersinnige Komödie ist eine Parodie auf die Gepflogenheiten des Gründerzeit-Bürgertums, das sich mit Polka und Galopp dem Rausch des Lebens hingab.

Auch „Der Zigeunerbaron“ zählt zu den größten Bühnenwerken von Johann Strauß. Im ersten Sinfoniekonzert der Saison am Freitag, 10. Oktober (19 Uhr), erklingt die Ouvertüre aus dieser Operette. Außerdem spielt das Sinfonieorchester unter dem Motto „Wienerisches“ Stücke von Alban Berg, Gustav Mahler und Alexander Zemlinsky.

Sowohl die Publikumsmagneten in der Musik-Sparte als auch die Renner im Schauspielbereich sollen dem Landestheater ausverkaufte Vorstellungen bescheren. Denn es steht viel auf dem Spiel. Abzulesen ist die angespannte Lage auch an dem Motto für die neue Spielzeit: Generalintendant Peter Grisebach hat das Programm nämlich unter das Hamlet-Zitat gestellt: „Sein oder Nichtsein“.

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erstellt am 24.Sep.2014 | 06:00 Uhr

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