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Weltweite Gemeinschaft : Kleine Würfel in der großen Welt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rendsburger Kunstprojekt verbindet Kulturfreunde von New York bis München. Ausstellungseröffnung im „Atelier Colosseum“.

Die Gruppe ist bunt zusammengewürfelt. Die Mitglieder wohnen in Costa Rica und in Bangkok, in Büdelsdorf und in New York, in München und in Kiel. Diese Kunstfreunde sind alle im Besitz eines kleinen Würfels, gestaltet in Rendsburg. Damit gehören sie zu einer Gemeinschaft, die weltweit über das Internet miteinander verbunden ist. Regelmäßig erhalten die Beteiligten Aufgaben gestellt. Die Ergebnisse der jüngsten Herausforderung werden am kommenden Sonnabend in einer Ausstellung im „Atelier Colosseum“ in der Torstraße präsentiert.

„Die Idee zu dem Projekt entstand vor neun Jahren, als wir in einer Bar in Portugal Einheimischen beim Würfelspiel zuschauten“, erinnert sich Peter Ortmann. Gemeinsam mit Dieter Petersen, der mittlerweile aus Krankheitsgründen aus der Ateliergemeinschaft „Colosseum“ ausgeschieden ist, produzierte der Künstler in der Werkstatt in der Torstraße die Würfel-Objekte. Insgesamt 1000 Hölzchen aus Buche und Kiefer mit jeweils 3,8 Zentimeter Kantenlänge wurden geschliffen, grundiert und bemalt. Jeder Cubo (spanisches Wort für Würfel) hat sechs Flächen, insgesamt haben die Maler also 6000 Miniaturen geschaffen. Die Motive sind breit gefächert und reichen von maritimen Szenen über „tierische“ Bilder bis zu literarischen Schwerpunkten.

Rund 600 dieser Kunstwerke wurden mittlerweile zum Einzelpreis von 25 Euro verkauft. Diese Holzklötzchen sind weltweit im Umlauf und bilden ein „kulturelles Netz“, die „Zona“. Denn den Initiatoren geht es um die Verbindung der Menschen durch die Freude an der Kunst. Die Würfel – egal, ob man sie geschenkt bekam oder gekauft hat – sind die Eintrittskarten in die „Zona de Cubo“. Alle Exponate sind nummeriert und mit einem Echtheitszertifikat versehen. Nach dem Grundsatz, dass Kunst die Menschen bewegen soll, sind die Holzobjekte nicht nur als Dekorationsstücke, sondern vor allem als aktives Spiel konzipiert. Ortmann verwaltet die Mailadressen der Besitzer. In unregelmäßigen Abständen werden alle Würfel-Besitzer zu einer spielerischen Aufgabe eingeladen.

„Wir hoffen, dass sich viele Menschen herausgefordert fühlen, an den Aktionen teilzunehmen“, beschreibt Peter Ortmann das Ziel. Der zwischenmenschliche Umgang, der soziale Kitt im Freundeskreis und in der Nachbarschaft nehme ab. Die „Zona de Cubo“ steuere gegen diesen Trend an und führe unterschiedliche Persönlichkeiten in lebendigen Prozessen zusammen. In den vergangenen Jahren wurden bereits zehn Mitmachaktionen realisiert. Die elfte Auflage wird nun mit der öffentlichen Präsentation der eingesandten Fotos, Texten und Collagen abgeschlossen. Rund 400 Cubo-Besitzer waren angeschrieben worden. Wer mitspielen wollte, schickte zunächst als erste Aufgabe eine Ansichtskarte aus seinem Wohnort nach Rendsburg. 70 kreativ gestaltete Karten, die jetzt auch in der Ausstellung zu sehen sind, landeten im Briefkasten des Ateliers. Dann wurde der zweite Teil der Herausforderung gestellt. „Und am Ende hatten wir 50 Mitspieler aus Deutschland, Spanien, Estland, Frankreich und Kanada“, verrät Ortmann.

Zunächst wurden die Teilnehmer aufgefordert, eine Seite ihres Würfels auszuwählen, zu fotografieren und in einem Text zu beschreiben. „Die Einsendungen waren breit gefächert“, berichtet der Cubo-Gründer. „Einige haben nur einen Satz geschrieben. Andere wiederum entwickelten eine Geschichte über 100 Seiten.“ Damit war die Herausforderung allerdings noch nicht abgeschlossen. In einem weiteren Schritt wurden aus den 50 Mitwirkenden 25    Paare gebildet. Diese wiederum mussten sich gegenseitig ihre Texte schicken und jeweils die Beschreibungen des anderen Clubpartners künstlerisch umsetzen. Die Technik war freigestellt: Malen, fotografieren, klöppeln, sticken oder collagieren. Die Zusammensetzung der jeweiligen Duos wurde übrigens stilecht ermittelt: Die Partner wurden ausgewürfelt.

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erstellt am 11.Mär.2016 | 15:00 Uhr

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