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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Kleine Sensation im Schildkrötenstall

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Züchter aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde freut sich als erster Schleswig-Holsteiner über seltenen Bruterfolg bei Strahlenschildkröten.

shz.de von
erstellt am 04.Mär.2016 | 06:00 Uhr

„Jule“ und „Bruno“ haben Nachwuchs bekommen. Was im ersten Moment nicht ungewöhnlich klingt, ist aber eine kleine Sensation. Die Zwei sind Strahlenschildkröten – und ihr Halter ist der erste Züchter in Schleswig-Holstein, der sich über gepanzerten Nachwuchs dieser Art freuen darf.

Vor drei Wochen sind „Tom“ und „Jerry“ geschlüpft. „Ich habe die beiden Tiere beim Naturschutzbund angemeldet, weil dort ein Pass erstellt wird, ohne den man sie nicht verkaufen dürfte“, so der Züchter, der namentlich nicht genannt werden möchte – aus Angst, jemand könnte seine Schildkröten stehlen. Denn die sind wertvoll. „Der Mitarbeiter sagte mir am Telefon dann, ich sei der erste Schleswig-Holsteiner, dessen Strahlenschildkröten Nachwuchs bekommen haben.“

Eigentlich hatten der 77-Jährige und seine gleichaltrige Frau aus gesundheitlichen Gründen schon darüber nachgedacht, die Tiere in gute Hände zu vermitteln. Doch das kommt jetzt nicht mehr in Frage: „Jetzt werde die Tiere niemals abgeben. Ich behalte sie bis zum letzten Atemzug“, sagt der Rentner glücklich. Dass sich „Jule“ und „Bruno“ fortgepflanzt haben, ist deshalb so besonders, weil Bruno mit seinen 13 Jahren eigentlich noch gar nicht geschlechtsreif ist. „Dass die Weibchen Eier legen, ist nicht ungewöhnlich, bisher war aber eben keines befruchtet.“ Trotzdem werden stets alle Eier eingesammelt und in einer eigens gebauten Brutstation bei konstant 32 Grad gelagert. Anders als sonst zeigten sich Mitte Februar nach etwa 100 Tagen Brutzeit an zwei Eiern feine Risse – kurz danach waren die Schildkrötenkinder zu sehen.

Die beiden Schildkröten-Liebhaber hegen und pflegen ihre Tiere: Im Winter werden sie unter anderem mit italienischem Löwenzahn und Romana-Salat gefüttert, im Sommer pflückt die Rentnerin Breit- und Spitzwegerich. Im Auslauf können sich die Schildkröten außerdem an Gänseblümchen, Mohn und Weidenblättern bedienen. „Jeden Abend mache ich die Panzer mit warmem Wasser nass, damit sie glatt bleiben. Gelegentlich schmiere ich sie auch mit Huf-Fett ein, damit die Panzer nicht reißen“, erzählt die Tierfreundin. Zwei bis drei Stunden täglich investiert sie in die Pflege der nunmehr zehn Tiere.

Die Leidenschaft für Schildkröten weckte vor 51 Jahren der Vater der Frau. „Er schenkte uns Peter, eine griechische Landschildkröte“, erzählt das Paar, das diese Art viele Jahre lang erfolgreich gezüchtet hat. Vor 13 Jahren dann entdeckte der Rentner vier Strahlenschildkröten in einem Zoogeschäft und hatte Mitleid mit den Tieren, die niemand haben wollte. „Dabei sind sie so toll, weil sie auf Menschen bezogen sind, Stimmen erkennen, keinen Winterschlaf machen und trotzdem ruhig sind.“ Die beiden Jungtiere können deshalb auch erst einmal bei ihren glücklichen Züchtern bleiben.

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