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Schule Mastbrook : Kleine Helfer auf Augenhöhe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Erfolgreiches Buddy-Projekt in der Schule Mastbrook: Kinder werden offener, sozialer und selbstbewusster.

Als Erstklässler wurde der heute neunjährige Lukas von älteren Schülern in der Pause verprügelt, jetzt will er selber gegen solche Raufbolde vorgehen: Als so genannter Schulbuddy ist der Viertklässler ab sofort in der Schule Mastbrook unterwegs. Als einer der neuen 21 Buddys nimmt er eine Vorbildfunktion ein. Er sorgt für Frieden auf dem Schulhof, kümmert sich um die jüngeren Schüler und leistet wenn nötig sogar erste Hilfe.

Es ist bereits das zweite Schuljahr, in dem Schulsozialarbeiterin Stephie Johannsen das Buddy-Projekt an der Schule Mastbrook realisiert. Mit 16 Kindern hat es vor einem Jahr angefangen, jetzt blickt Johannsen stolz auf ihren ersten Jahrgang zurück. „Die Kinder haben sich durch ihre Aufgaben als Buddy so toll weiterentwickelt. Sie sind sozialer, offener und selbstbewusster geworden“, erzählt sie.

Eine der deutlichsten Veränderungen erkennt sie bei der zehnjährigen Diana. Die grüne Weste hat ihr eine gewisse Verantwortung verschafft und sie so selbstsicherer werden lassen. „Ich war immer ganz ruhig. Seit ich Buddy bin, habe ich viel mehr gesprochen“, sagt Diana selbst zu ihrer Entwicklung. Zu ihren wichtigsten Aufgaben als Buddy gehörte ihrer Meinung nach, sich um die traurigen Kinder zu kümmern. „Wenn ich gesehen habe, dass jemand weint, bin ich sofort da hingegangen und habe gefragt, was denn passiert ist.“ Inzwischen besucht Diana eine weiterführende Schule. Dort gibt es auch so etwas Ähnliches wie Buddys, Schüler-Paten nennen sich die älteren Helfer. Wenn Diana jetzt selber mal traurig und einsam ist, hofft sie, dass auch ihr von den größeren Schülern geholfen wird.

Mit dem Wechsel in die fünfte Klasse haben Diana und die anderen 15 Kinder des ersten Buddy-Jahrgangs zwar ihre Westen abgegeben müssen, doch sie alle wollen versuchen, auch auf ihrer neuen Schule den anderen Kindern zu helfen. „Ich spiele schon in den Pausen mal mit Kindern, die ich gar nicht kenne, damit die nicht so alleine sind“, erzählt der zehnjährige Kevin.

Die Idee des Schulbuddy-Projekts ist aus den Schülerpatenschaften entstanden. Doch Buddys sollen mehr sein als nur Kinder, die den Neulingen den Weg zum nächsten Klassenraum erklären. „Sie sollen aufeinander achten und füreinander da sein“, sagt Johannsen. Aber nicht jedes Kind kann automatisch Buddy werden. Erst, wer sich als verantwortungsvoll bewiesen hat, bekommt die grüne Weste. Deshalb sind einige der aktuellen Viertklässler auch noch in der Probezeit. „Sie machen eine Art Praktikum und müssen sich noch bewähren.“

Gerade für den Stadtteil Mastbrook sei solch ein Projekt wichtig und der große Erfolg etwas Besonderes, findet Johannsen. Sie betont aber: „Ohne die Unterstützung der Schule, Lehrer und Eltern wäre das nicht möglich gewesen.“

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erstellt am 12.Sep.2014 | 05:42 Uhr

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