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Landeszeitung

13. Dezember 2017 | 20:32 Uhr

Aukrug : Kleine Haselmaus kommt groß raus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine Tierdokumentation des Aukruger Naturfilmers Joachim Hinz läuft heute um 20.15 Uhr im WDR.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Sie ist zierlich, hat weiches Haar und große Augen. Außerdem kommt sie als Fernseh-Star bald ganz groß raus. Die Rede ist – von der Haselmaus.

Tierfilmer Joachim Hinz hat über drei Jahre hinweg Aufnahmen von den Tieren gemacht, viele davon auf dem Aukruger Golfplatz. Unter dem Titel „Kleiner Langschläfer hellwach – die Haselmaus“ wird sein Werk heute erstmals im Fernsehen ausgestrahlt. „Zur besten Sendezeit, um 20.15 Uhr im Westdeutschen Rundfunk“, sagt der Aukruger stolz. Seine Dokumentation zeigt das Leben der kleinen Nagetiere im Verlauf eines Jahres.

Als Langschläfer gelten sie zurecht: Meist erst Anfang Mai beenden die Haselmäuse ihren Winterschlaf. Anschließend haben sie fünf Monate Zeit, einen geeigneten Partner zu finden, sich zu paaren, die Jungen aufzuziehen und genug Speck für den nächsten Winterschlaf anzusetzen. Und das alles nachts – Haselmäuse sind nachtaktiv. Hinz’ Film verrät dem Zuschauer auch, dass es sich bei dem Einzelgänger trotz des Namens nicht um eine Maus handelt: Verwandt sind die kleinen Säugetiere mit dem Siebenschläfer.

Zu den größten Feinden der Aukruger Haselmäuse gehören Waldkauz, Wildschwein und Wiesel. Sie selbst ernähren sich vorrangig von den fetthaltigen Haselnüssen. Bis zu 30 Minuten kann es dauern, bis eine Nuss geknackt ist. Dabei hinterlässt das Nagetier ein kreisrundes Loch in der Nussschale. Konkurrenz bekommen Haselmäuse vor allem von Eichelhähern und Eichhörnchen, die es auch auf die Leckerbissen abgesehen haben. Ihr Winterquartier beziehen die Tiere am liebsten in hohlen Baumstümpfen oder in Nestern in Hecken. Dabei nutzen Haselmäuse gerne auch „Fertighäuser“, heißt es in der Tierdokumentation. So besetzen sie nach Möglichkeit gelegentlich auch ein Zilpzalp-Nest. Auf dem Aukruger Golfplatz fühlen sich die Tiere wohl, weil die naturgerechte Anlage ohne Pestizide auskommt und durch ihre Lage am Wald ausreichend Versteckmöglichkeiten bietet. Auch Wasser ist hier vorhanden.

Einen ersten Eindruck von dem 45-minütigen Beitrag konnten sich interessierte Dorfbewohner bereits vor der Ausstrahlung verschaffen. Der Aukruger Bund hatte Joachim Hinz eingeladen, über die Entstehung seines Werkes zu berichten. Die Zuschauer hatten viele Fragen und konnten dem Filmemacher so manches Details über die Dreharbeiten entlocken. So berichtete Hinz, dass nicht alle Aufnahmen in der freien Natur entstanden sind. „Haselmäuse sind derart scheu, dass es schwierig wäre, sich ihrem Nest so zu nähern“, erklärte er. Aus diesem Grund habe er einige gezüchtete Haselmäuse in einer großen Voliere gehalten, in der er einen Knick naturgetreu nachgebaut hat. Um sicherzustellen, dass brauchbare Aufnahmen entstehen, hat der 62-Jährige jede Nacht drei Kameras laufen lassen. Dieses Material zu sichten hat täglich 45 Minuten gekostet. Aus etwa 30 Stunden brauchbarem Material hat Hinz schließlich eine Vorauswahl von knapp vier Stunden getroffen. „Diese Aufnahmen haben dann eine Cutterin und meine Co-Autorin gesichtet. In Gemeinschaftsarbeit haben wir dann den finalen Beitrag zusammengeschnitten“, berichtet Hinz, der hauptberuflich Berufsschullehrer ist. Fertig ist der Film seit Ende 2013. Zwei Publikumspreise hat er seitdem schon gewonnen: beim Darßer NaturFilmfestival sowie bei Green Screen in Eckernförde. „Reich wird man so aber nicht“, beantwortete Hinz eine Frage aus dem Publikum. Etwa 100  000 Euro habe er für den Haselmaus-Film bekommen. Davon sei aber auch die Cutterin, der Sprecher, die Co-Autorin und das Studio bezahlt worden. Außerdem müsse er alle drei bis vier Jahre neue Kameras kaufen, um technisch auf einem aktuellen Stand zu sein.

Obwohl Hinz sagt, dass ihm die Arbeit heute schwerer fällt als in jüngeren Jahren, kann er es nicht lassen. Das nächste Projekt für den WDR ist bereits in Arbeit. Bis vor kurzem war er in Afrika, wo er unter anderem einen Werbefilm für das kenianische Fremdenverkehrsamt gedreht hat.

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