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Landeszeitung

15. Dezember 2017 | 19:05 Uhr

Nortorf : Klebeband hält Kirchturm dicht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Schäden am Turmdach von St. Martin in Nortorf: Kleine Risse sorgen für Nässe im Inneren.

Man kann sie auch mit bloßem Auge gut erkennen: Seit Freitag „zieren“ etliche helle Klebestreifen das Dach des Turms der Nortorfer St.-Martin-Kirche. Hintergrund ist, dass das Dach an einigen Stellen undicht geworden ist und diese nun erst einmal provisorisch abgedichtet wurden.

Es war im Jahr 1973, als der Kirchturm generalüberholt wurde. Damals tauschte man auch die ursprünglichen alten Schieferplatten gegen die jetzige Kupfereinfassung aus. Anfang dieses Jahres wurden dann die ersten feuchten Stellen in Höhe der Uhren im Inneren des Kirchturms entdeckt. In der Hoffnung, eine dementsprechende Reparatur des Daches relativ einfach durchführen zu können, beauftragte man die Kieler Fachfirma Kleinfeld, die sich unter anderem auch auf die Instandsetzung von Kirchendächern spezialisiert hat.

In der Annahme, es würde sich nur um ein oder zwei schadhafte Stellen handeln, wurde am Freitagmorgen eine auf 50 Meter Höhe ausfahrbare Arbeitsbühne bestellt, um die notwendigen Reparaturarbeiten von außen erledigen zu können. „Oh, oh, mit ‚eben mal schnell‘ wird das nichts“, musste Michael Hohenegger von der Fachfirma nach einer ersten Begutachtung aber mitteilen. Insgesamt waren 19 Kupferplatten des Turmdaches beschädigt und wiesen teilweise bis zu fünf Zentimeter lange Risse auf. „Und dabei haben wir von unserer Position aus nur die eine Hälfte des Daches inspizieren können“, betonte der Handwerker. Mit Hilfe eines Spezial-Klebebandes konnte er nun vorerst ein weiteres Eindringen des Regenwassers an den schadhaften Stellen verhindern. „Das hält natürlich auch nicht ewig, aber für den Moment sollte es reichen“, fügte Hohenegger an.

„Ich habe es befürchtet“, äußerte sich Gerd Kröger vom Bauausschuss des Nortorfer Kirchengemeinderats, als er von dem Ergebnis erfuhr. Für nur eine undichte Stelle sei die nasse Fläche im Kirchturm mit nahezu zehn Quadratmetern einfach zu groß gewesen. Nun wird er sich erst einmal mit dem Inhaber der Kieler Fachfirma kurzschließen, um eine Lösung zu überlegen. „Dabei stellt sich ja jetzt auch die Frage, ob wir dafür den Turm komplett einrüsten müssen, oder ob es reicht, wieder eine Hebebühne zu buchen“, stellte das Mitglied des Bauausschusses erste Überlegungen an. Zumal von außen nicht gleich alle Schäden ersichtlich seien. „Es kann genauso sein, dass bereits an einigen Stellen die ersten Fäulnisprozesse eingesetzt haben“, befürchtet Kröger.

Eine Vermutung, wodurch die Schäden am Dach des insgesamt 56 Meter hohen Bauwerks aufgetreten sein können, hatte Kröger auch schon. „Die Balkenkonstruktion im Turmdach ist aus Holz – und die hat sich im Laufe der Jahre etwas in sich verdreht“, stellte er fest. Daher weise das Dach aus einer bestimmten Perspektive auch eine leichte Krümmung auf. „Und dadurch stehen die gerade einmal 0,7 Millimeter dicken Kupferplatten natürlich unter einer zusätzlichen Spannung“, sagt Gerd Kröger.

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