Klaus Schädel: "Ich will ein Vorbild für die Bürger sein"

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07. September 2010, 03:59 Uhr

Klaus Helmut Schädel wurde am 12. Januar 1959 in Hamburg geboren. Nach dem Realschulabschluss folgte eine Lehre zum Radio- und Fernsehtechniker. Nachdem er die Fachhochschulreife erreicht hatte, studierte er in Hamburg Elektrotechnik. Im vergangenen Jahr war der in Großhansdorf lebende Elektroingenieur bei der Bürgermeisterwahl in Ahrensburg angetreten. Im Juni dieses Jahres kandidierte er in Bad Oldesloe. Nun will er Bürgermeister von Rendsburg werden.

Zu 1. Nein, wusste ich nicht. Ich bin Elektroingenieur. Ich sehe mich auch als Bürger und Bürgerrechtler denn als Politiker für Parteiinteressen, die erst nachrangig vielleicht teilweise Bürgerinteressen sind. Ein Bürgermeister sollte während seiner Tätigkeit ein Vorbild für die Bürger sein und Werte, Moral und Ehrlichkeit vertreten. Da ist es besser, sich wirklich unparteiisch neutral für die Bürger zu engagieren. Bürgermeister Breitner ist ein ehrgeiziger Landespolitiker, der offenbar in der Politik eine große persönliche Karriere anstrebt. Ich verfolge keine Karriere. Ich will meinen Mitmenschen helfen und als Bürgermeister die Verwaltung für die Bürger optimal und parteipolitisch neutral organisieren. Menschlich, demokratisch, ehrlich.

Zu 2. Ein Jugendparlament könnte das Verständnis für demokratische Prozesse bei Jugendlichen wecken und transparenter machen. Leider werden Jugendparlamente aber auch von Parteien genutzt, um hier Nachwuchs zu sichten und unter anderem auch zur Indoktrination. Wenn so etwas neutral gehalten wird und nicht als Vorhof zur Hölle der Politik, macht es richtig strukturiert und organisiert möglicherweise Sinn. Wichtig ist, den Jugendlichen zu vermitteln, dass nur echte Demokratie und Meinungsfreiheit grundlegend für ein soziales und (soweit möglich) gerechtes Miteinander Aller sein kann. Adolf Hitlers Wahnsinn und andere Diktaturen sind das Gegenteil davon. Mögliche neue derartige Entwicklungen sind unbedingt zu verhindern.

Zu 3. Als Verwaltungschef in Verwaltung und Politik alle Projekte für Bildung, gute Versorgung und Förderung der Kinder und Jugendlichen unterstützen - durch diverse Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen in Zusammenarbeit mit den dort tätigen Vereinen und Verbänden. Als Verwaltungschef durch 5 Prozent meiner Beamtenbesoldung jeden Monat, alle 8 Jahre lang mit einer Spende an eine soziale Einrichtung (auch für andere, wie Alte) oder direkt an eine hilfsbedürftige Familie oder Person in Rendsburg. Weitere 5 Prozent spende ich an die Stadt für die Entschuldung der Breitner-Hinterlassenschaft von über 30 Millionen Euro. Schulden sind immer unsozial.

Zu 4. Das ist Sache des Marktes: Die Nachfrage regelt das Angebot. Viele Jugendliche bestellen im Internet. Dort gibt es alles zu kaufen. Für Geschäfte muss immer der Umsatz stimmen, damit die Kosten jeden Monat und Verdienst passen. CD´s und Spiele werden massiv raubkopiert. Da wundert es nicht, wenn derartige Geschäfte es sich dreimal überlegen, ob sie genug Umsatz erreichen. Herr Breitner will jetzt mit der Brechstange für Hertie aktiv werden. Tatsächlich hat er da nichts zu sagen. Das Grundstück ist Privatbesitz. Er kann nur Möglichkeiten vermitteln. Zurzeit droht er mit städtischen Maßnahmen: Der falsche Weg. Zum Glück für Rendsburg wird er wahrscheinlich abgewählt.

Zu 5. Jede Stadt braucht zunächst ein vernünftiges zentral gelegenes Jugendzentrum mit reellen Angeboten für Jugendliche für die Freizeit und um Kontakte zum anderen Geschlecht zu finden. Die Diskozeit ist lange vorbei. Aber auch dies regelt der Markt. Als Bürgermeister würde ich für Angebote sorgen, die A der Nachfrage entsprechen und B den Jugendlichen etwas bringen. Die Betreiber würde ich kontaktieren und mir ansehen, was in den Freizeiteinrichtungen tatsächlich angeboten wird. Wichtig ist, die Jugend auf einen richtigen Weg zu bringen. Wer mit 16, 17, 18 nur säuft und die Straßen unsicher macht, aber zudem auch keine Perspektive geboten bekommt, kann dies nur schwer später ausgleichen. Deshalb ist all dies sehr, sehr wichtig.

Zu 6. Konkrete Projekte plane ich zurzeit nicht. Ich habe das nach Amtsantritt genau zu prüfen - nach einer umfassenden Bestandsaufnahme des Chaos. Breitners Schuldendesaster von weit über 30 Millionen Euro, jedes Jahr steigend mit weit über 1000 Euro Pro-Kopf-Verschuldung, sein Versagen als Sozialpolitiker zum Beispiel bei den Krippenplätzen, dagegen seine Prestigeprojekte in einer inzwischen ausgebluteten Stadt werden die nächsten Jahre und die Möglichkeiten minimieren.

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