3. handball-Liga der Frauen : Klares Votum für Fusion mit Owschlag

Bald miteinander statt gegeneinander? Kropps Lena Schulz (rechts) und Owschlags Helen Rohwer könnten schon in der kommenden Saison in einem Team spielen.
Bald miteinander statt gegeneinander? Kropps Lena Schulz (rechts) und Owschlags Helen Rohwer könnten schon in der kommenden Saison in einem Team spielen.

Die HSG Kropp-Tetenhusen strebt einen Zusammenschluss mit dem Lokalrivalen TSV Owschlag an. Bereits zur Saison 2015/16 könnte es dann ein gemeinsames Team in der 3. Liga der Frauen geben.

shz.de von
10. Januar 2015, 06:00 Uhr

Zum Rückrundenstart in der 3. Handball-Liga der Frauen empfängt der TSV Owschlag den Berliner TSC, die HSG Kropp-Tetenhusen muss zu SFN Vechta.

TSV Owschlag – Berliner TSC (Sbd., 15.30 Uhr)

Nach oben geht in der Tabelle nicht viel, nach unten hat sich der TSV Owschlag (Platz sechs) ein Polster herausgeworfen. Was tun, um die Spannung hochzuhalten? Richtig! Neue Ziele setzen. „Für uns würde sich Platz fünf in der Endabrechnung wie Platz eins anfühlen. Das muss jetzt unser Anreiz sein“, sagt TSV-Trainer Rainer Peetz. Um das Ziel zu erreichen, ist ein Sieg gegen den Neunten Berliner TSC Pflicht.

Im Hinspiel brachten die Owschlagerinnen dem Team aus der Hauptstadt die erste Saisonniederlage bei. Seitdem sind sieben weitere Pleiten dazugekommen. Peetz hätte dem TSC in dieser Spielzeit mehr zugetraut. Alleine schon, weil Hochkaräter wie Anja Scheidemann oder Vivien Schwarz im Kader der Berlinerinnen stehen. „Es ist schon verwunderlich, dass der TSC nur auf Platz neun liegt. Genauso überraschen mich auch die Tabellenplätze von Schwerin und Altlandsberg. Dafür, dass wir vor all diesen Mannschaften stehen, gebührt meinen Spielerinnen besondere Anerkennung“, sagt Peetz stolz.
Trotzdem fühlt sich der Coach noch lange nicht sicher. Auch wenn der Abstand auf einen Abstiegsplatz schon sechs Punkte beträgt, warnt Peetz gebetsmühlenartig vor einem Abrutschen in den Tabellenkeller: „Wir brauchen noch einige Punkte, um den Klassenerhalt zu schaffen.“ Gut möglich, dass schon heute die nächsten zwei Zähler aufs Owschlager Konto wandern werden. Die Voraussetzungen waren schon mal schlechter. Bis auf Helen Rohwer (krank) haben alle Spielerinnen ihre kleinen wie großen Wehwehchen auskuriert. Peetz: „Ich hoffe, dass wir in der Rückrunde vom Verletzungspech verschont bleiben.“

Das erste Anschwitzen nach der Winterpause hat der TSV bereits hinter sich. Am vergangenen Sonnabend gewann das Team locker gegen den Oberligisten HSG Jörl-Doppeleiche Viöl. „Meine Spielerinnen haben zwischen den Festtagen nicht die Füße hochgelegt. Wir sind fit“, so Peetz. Wie fit, davon können sich die Fans heute selbst überzeugen.

SFN Vechta – HSG Kropp-Tetenhusen (Sbd., 16 Uhr)

Wie ernst die HSG Kropp-Tetenhusen den Rückrunden-Start nimmt, zeigt die Tatsache, dass die Mannschaft vermutlich als eine der wenigen in der 3. Liga keine Pause zwischen den Festtagen eingelegt hat. Trainer Thomas Carstensen bat zweimal zwischen Weihnachten und Silvester in die Trainingshalle. Er mag das Gefühl, gut vorbereitet in die nächste Partie zu gehen.

Der große Unterschied zwischen den beiden Liga-Neulingen: Vechta kämpft um den Klassenerhalt, die HSG darf ein Wörtchen im Titelrennen mitreden. „Trotzdem dürfen wir die Gastgeberinnen nicht unterschätzen, Vechta befindet sich im Aufwind. Wir müssen den Schwung aus der Hinrunde mitnehmen“, fordert Carstensen. Leichter gesagt als getan.

Die vergangene Trainingswoche stand unter dem Eindruck der Fusionspläne mit dem Lokalrivalen TSV Owschlag. Was noch vor wenigen Monaten für den Außenstehenden undenkbar erschien, nimmt nun konkrete Formen an. Am Montag fiel die Trainingseinheit aus. Stattdessen stand eine Versammlung aller wahlberechtigten Spieler, Trainer, Betreuer und Funktionäre der HSG im Kropper Jugendzentrum auf der Tagesordnung. Nach mehrstündiger, teils emotionaler Diskussion, fiel das Votum letztlich doch deutlich aus: Mehrheitlich stimmten die HSG-Mitglieder für einen Zusammenschluss der Kropp-Tetenhusener Spielgemeinschaft mit dem TSV Owschlag: sowohl im Jugend- als auch im Seniorenbereich. Die Versammlung ermächtigte den HSG-Vorstand, in die Fusionsverhandlungen mit der Owschlager Führungsriege einzusteigen. Damit steht nun erstmals fest: Beide Lager wollen die sportliche Liaison, Owschlag hatte der HSG bereits zuvor die Hand gereicht.

Die Gründe für die geplante Fusion liegen auf der Hand: Allen voran steht der demographische Wandel. Beide Jugendabteilungen bluten langsam, aber stetig aus. Jann Wichmann, Leiter der HSG Kropp-Tetenhusen, legte am Montag alarmierende Zahlen auf den Tisch. Demnach gäbe es in manchen Jahrgängen nur noch drei bis vier Kinder. Zu wenig, um eine Mannschaft zu bilden. Ähnlich sieht es in Owschlag aus. Zudem fehlt es in Kropp an Hallenkapazitäten. Nicht zuletzt sprechen auch die Finanzen für einen Zusammenschluss. Die Aushängeschilder von HSG und TSV sind jeweils die 1. Damen. Beide Teams spielen in der 3. Liga. Ein teures Abenteuer. Gemeinsam könnte man die Kräfte bündeln: finanziell wie auch sportlich. Je nachdem, wie die Verhandlungen vorankommen, könnte jetzt alles ganz schnell gehen. Avisiertes Ziel ist es, im Sommer 2015 die Fusion zu vollziehen. Das Derby am 8. Februar könnte somit das vorerst letzte zwischen den beiden Mannschaften sein.

Noch gibt es aber die HSG Kropp-Tetenhusen. Thomas Carstensen hat nun die schwierige Aufgabe, den Fokus wieder auf das Spiel gegen Vechta zu lenken.

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