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Kirchensteuer : Klares Bekenntnis zu den Kindern

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Nordkirche wird dem Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde im nächsten Jahr 14,8 Millionen Euro Kirchensteuer überweisen. Ein Prozent der Summe geht an die Kirchengemeinden, die eine Kindertagesstätte unterhalten.

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erstellt am 21.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Die gute Konjunktur beschert auch der Kirche ein „fettes Jahr“. Dem Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde stehen 2015 voraussichtlich 14,8 Millionen Euro Kirchensteuer zur Verfügung. Das bedeutet eine leichte Erhöhung im Vergleich zu dem Etat im laufenden Jahr mit 14,5 Millionen Euro. Wie das Geld verteilt werden soll, entscheidet die Synode am kommenden Mittwoch, 26. November, in ihren Haushaltsberatungen in Rendsburg.

„Wir können den Haushalt guten Gewissens präsentieren“, freut sich Propst Matthias Krüger, zuständig für die Gemeinden des Südbezirks im Kirchenkreis, über das stabile Hoch in der Finanzlage. Sein Amtskollege Sönke Funck vom Nordbezirk bestätigt die erfreuliche Ausgangslage. Der Geistliche warnt allerdings vor Euphorie. „Grundsätzlich müssen wir uns langfristig auf sinkende Kirchensteuern einstellen.“ Jedes Jahr verringere sich nämlich die Zahl der Gemeindemitglieder um ein Prozent.

Auf die Herausforderungen der Zukunft haben sich die Seelsorger bereits vorbereitet. Zum ersten Mal ist der neue Haushalt nach dem kaufmännischen Rechnungswesen (kirchliche Doppik) erstellt worden. Und es gibt noch eine weitere Premiere: Die Verteilung der Gelder an die 37 Kirchengemeinden des Kirchenkreises mit rund 132 000 evangelischen Christen wird nach einer geänderten Finanzsatzung geregelt.

Die neuen Zuweisungen lösen ein bisher schwer zu durchschauendes Punktesystem ab und sollen für eine einfachere und gerechtere finanzielle Ausstattung der Kirchengemeinden sorgen. Die nun geltende Satzung stützt sich auf drei Säulen: Danach wird sich künftig die Zuweisung nach den Zahlen der Gemeindemitglieder (70 Prozent), der Wohnbevölkerung (20 Prozent) sowie der Zahl der denkmalgeschützten und sakralen Gebäude (20 Prozent) richten.

Die Gewinner der Reform stehen bereits fest: Die Kindergartenkinder. Denn die insgesamt 25 Kirchengemeinden, die Träger einer Kindertagesstätte im Kirchenkreis sind, erhalten mehr Geld. Grundsätzlich fließt künftig ein Prozent der jeweiligen Kirchensteuereinnahmen in die Kassen dieser Gemeinden – vorab und unabhängig von den weiteren Haushaltsberatungen. Diese Unterstützung ist garantiert. Im nächsten Jahr werden die entsprechenden Kirchengemeinden also mit insgesamt 148 000 Euro entlastet. Die Summe wird unter den Gemeinden jeweils nach der Zahl der Betreuungsplätze verteilt. Diese Lösung war in der Synode im März gefunden worden, um eventuelle Nachteile für die Gemeinden als Kita-Träger durch die neue Finanzsatzung zu vermeiden. „Die Arbeit der Kindertagesstätten ist uns wichtig“, setzt Propst Matthias Krüger einen klaren Schwerpunkt für die nächsten Jahre.

„Die Weichen sind gestellt“, zieht auch Sönke Funck Bilanz. Die Finanzreform sei ein zentraler Punkt des vor zwei Jahren gestarteten Kirchenkreisprozesses unter dem Titel „Zukunftsfähig 2025: Wir entwickeln uns“ gewesen. In Arbeitsgruppen war die Diskussion über Perspektiven vor dem Hintergrund des demografischen Wandels vorbereitet worden. 25 Prozent weniger Kirchensteuer, weniger Kirchenmitglieder, weniger Pastoren, ein hoher Gebäudestand: Das seien die Prognosen, mit denen der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde für das Jahr 2025 rechnet. Darauf habe man sich einstellen müssen. Denn die Pröpste sind überzeugt: „Wir werden den Prozess nicht aufhalten können.“

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