Kreis Rendsburg-Eckernförde : Klare Sieger und ein CDU-Debakel

Anja Prehn.
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Anja Prehn.

Owschlager Union verliert Mehrheit an die BfO

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07. Mai 2018, 13:55 Uhr

Im neuen Kreistag werden 62 Abgeordnete sitzen – 13 mehr als in der vergangenen Wahlperiode. Der Grund dafür ist, dass die CDU alle 25 Direktmandate holte und damit mehr Abgeordnete hat, als ihr nach dem Stimmenanteil eigentlich zustehen würden. Kompensiert wird dies durch Ausgleichsmandate für die anderen Parteien. Am 18. Juni treffen sich die neuen Vertreter zur konstituierenden Sitzung des Kreistags.

Gewählt wurden am Sonntag auch die Gemeindevertretungen. In einigen Dörfern setzten sich die Amtsinhaber souverän durch, in anderen müssen sie um eine Fortsetzung ihrer Amtszeit bangen und bis zur konstituierenden Sitzung um Mehrheiten buhlen.

Alt Duvenstedt

Von einem „Erdrutschsieg“ sprach Alt Duvenstedts Bürgermeister Peter Orda. Er selbst bekam die meisten Stimmen aller Kandidaten. Seine SPD erreichte 61 Prozent. Die CDU kam auf 39 Prozent. Die Alt Duvenstedter Wählergemeinschaft, die bisher fünf Sitze in der Gemeindevertretung hatte, trat zur Kommunalwahl nicht an. In dem Gremium wird die SPD acht Sitze haben. Die CDU kommt auf fünf Mandate. Peter Orda wird wieder für das Bürgermeisteramt kandidieren.

Nübbel

Aus der Kommunalwahl in Nübbel ist das „Bürgerforum Nübbel“ (BFN) als klarer Sieger hervorgegangen. Die BFN-Kandidaten erreichten sieben Direktmandate für die Gemeindevertretung. Die Kommunale Wählergemeinschaft (KWG) erlangte ebenso wie die CDU drei Sitze, die SPD kam auf zwei. Wegen Überhangmandaten hat die Gemeindevertretung jetzt 15 Sitze. „Kein Patt mehr wie bisher zwischen KWG, SPD und CDU auf der einen Seite und dem BFN“, freute sich Bürgermeister Rudolf Ehlers (KWG). Nach der Wahl 2013 war er durch einen Losentscheid in sein Amt gekommen. „Ich stehe wieder als Bürgermeister zur Verfügung“, machte Ehlers deutlich. Das stößt beim BFN auf Ablehnung. „Es ist unanständig, dass Ehlers wieder antritt“, meinte Anja Prehn, 2. Vorsitzende des BFN. Ihre Spitzenkandidatin Michaela Teske habe mit 389 die meisten Stimmen bekommen. Das sei ein klares Signal der Bürger gewesen, sie zur Bürgermeisterin zu wählen. Ehlers kam auf 273 Stimmen.

Owschlag

Ein Debakel erlebte die CDU um Bürgermeisterin Christiane Ostermeyer in Owschlag. Die CDU holte lediglich sechs der 17 Sitze. Die Wählergemeinschaft „Bürger für Owschlag“ kommt auf elf Sitze und kann damit ihren Spitzenkandidaten Stephan Lübbers zum Bürgermeister machen. Bei der vergangenen Wahl 2013 saßen mit der FDP und der SPD noch zwei weitere Fraktionen im Gemeinderat. Sie waren nicht zur Wahl angetreten. „Ich bin noch am Grübeln“, sagte die unterlegene Ostermeyer auf Anfrage. Aber einen triftigen Grund für diesen Wahlausgang lasse sich nicht ausmachen. Vielleicht habe die BfO mit ihrer Aussage, die Straßenausbaubeiträge abschaffen zu wollen, eine Rolle gespielt. Ob sie selbst Konsequenzen aus der deutlichen Niederlage ziehe, könne Christiane Ostermeyer noch nicht sagen, das werde gemeinsam mit der Fraktion besprochen.

Gross Vollstedt

In Groß Vollstedt steht die SPD kurz vor der absoluten Mehrheit (48,8 Prozent). „Wir haben das beste Ergebnis für die SPD in der Region geholt“, sagte SPD-Ortsvorsitzender Hans-Wilhelm Ehmsen. „Aber man darf nicht vergessen, dass die Kommunalwahl eine Persönlichkeitswahl ist. Unser Bürgermeisterkandidat Thorsten Ladewig hat viel geleistet und in den vergangenen Tagen an viele Haustüren geklopft.“ Entschieden ist die Bürgermeisterwahl aber noch nicht. Da die SPD alle Direktmandate holte, gibt es ein Überhangmandat, das der KWG zugesprochen wird, so Ehmsen. Somit gibt es sechs Sitze für die SPD und jeweils drei Sitze für die CDU und die Kommunale Wählergemeinschaft. In der konstituierenden Sitzung könnte ein Patt entstehen. „Ich gehe aber davon aus, dass wir uns einigen können“, sagte Ehmsen.
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