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Landeszeitung

15. Dezember 2017 | 23:23 Uhr

Klangvolles Orgeljubiläum

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Festkonzerte in der Christkirche zum Abschluss der Sanierungsarbeiten

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2016 | 11:56 Uhr

In einem Schriftstück wurde am 26. Juni 1716 gemeinsam von dem Orgelbaumeister Arp Schnitger und der Kirchengemeinde die Fertigstellung der Orgel festgestellt. Auf den Tag genau 300 Jahre später gab es wieder einen Grund zu danken: 316 Jahre nach der Einweihung der Christkirche wurde offiziell der Abschluss aller umfangreichen Renovierungsarbeiten am Gebäude und an der Orgel mit einem Gottesdienst, Dankesreden, Essen und Trinken sowie zwei Orgelkonzerten gefeiert. „Ein großer Tag des Dankes und ein Tag der Orgel“, begrüßte Hans-Hinrich Blunck, Vorsitzender des Kirchengemeinderates, die rund 70 Zuhörer.

Nach der Reinigung und Wieder-Intonierung der Orgel, die erst nach Abschluss der Bauarbeiten realisiert werden konnten, ist nun der „Regelbetrieb“ wieder möglich. Das erste Konzert spielte Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf: Ein umfangreiches Programm mit Werken früher norddeutscher Komponisten-Meister wie Dieterich Buxtehude oder Nicolaus Bruhns bis ins 20. Jahrhundert war zu hören. In Gedenken an den 100. Todestages von Max Reger (1873-1916) zeigte er den breiten Einsatzbereich eines Instrumentes, das nach seinem Erbauer Arp Schitger 1879 von Marcussen und 1973 von der Orgelbaufirma Karl Schuke renoviert und erweitert wurde. In diesem Jahr übernahm die Berliner Firma wieder die Pflege und Intonierung.

In beiden Konzerten (Beginn um 18 und um 20 Uhr) zeigten die Organisten mit Werken aus allen Zeiten das große Spektrum klanglicher Möglichkeiten des nun auf die Erfordernisse eines vielseitigen Konzert-Programms angepassten Instrumentes. „Überwältigend, klar, transparent, anspringend, vielseitig“: Verdienter Lob nach den ersten Höreindrücken in diesen beiden Einweihungskonzerten.

Mehr als Hans-Jürgen Wulf hatte der jüngere Matthias Neumann (32), Kantor an St. Marien in Hamburg-Ohlsdorf/Fuhlsbüttel) und Professor an der Hochschule und Institut für evangelische Kirchenmusik Bayreuth, nach Werken von Georg Muffat (1653-1704) und Johann Sebastian Bach den Schwerpunkt auf neuere Orgelmusik gelegt. Dabei erklangen: Werke von Heinrich Kaminski, Max Reger und Olivier Messiaen (1908-1992). Nach den aufblühenden Klanglandschaften Kaminskis waren es die beiden Messiaen-Werke („Freudiges Halleluja einer Seele, die sich nach dem Himmel sehnt“; „Freudenausbrüche einer Seele vor der Herrlichkeit Gottes, welche die ihre ist“) sowie Max Regers imposante Fantasie über den Choral „Straf mich nicht in deinem Zorn“, die sowohl das Instrument herausforderten, als auch freudige Begeisterung im Publikum weckten. Das war ein deutlicher Beweis für die Klangqualität und vielseitige Einsetzbarkeit dieser Orgel.

„Mehr davon“ – der Wunsch der Gäste nach weiteren Konzerten mit einem so herausragenden Organisten war absolut verständlich.

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