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Alt Duvenstedt : Klärschlamm oder „leise“ Energien?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises und Alt Duvenstedt können sich nicht über die künftige Nutzung der alten Deponie einigen. Die AWR möchte auf der Fläche Klärschlamm behandeln, die Gemeinde Solaranlagen bauen.

Wie soll mit der seit 2005 geschlossenen Zentral-Mülldeponie des Kreises Rendsburg-Eckernförde weiter verfahren werden? „Zurück zur Natur“ oder gewerbliche Nutzung? Die Rekultivierung der 162 000 Quadratmeter großen Deponiefläche geht in die zweite Phase. Ein Teil der Fläche könnte gewerblich genutzt werden. Alt Duvenstedt hat die Planungshoheit bei Bauvorhaben auf dem Deponiegelände. Deshalb sind die Vorstellungen der Gemeinde für das weitere Vorgehen ganz entscheidend.

Immer deutlicher wird, dass der Kreis und seine Abfallwirtschaftgesellschaft (AWR) andere Ziele verfolgen als die Alt Duvenstedter Gemeindevertreter. Die hatten sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, das Deponiegelände für Solar- und Windenergieanlagen freizugeben. Eine Aufbereitung von Biomasse zur Erzeugung von Brennstoffpellets lehnten sie ab. Die steigende Verkehrsbelastung bei der Anlieferung wurde als Hauptargument genannt.

Weil bald kein Klärschlamm mehr auf die Felder aufgebracht werden darf, sucht die AWR nach einem Standort für eine Aufbereitungsanlage und fasst die Deponie ins Auge. Alt Duvenstedt signalisierte Gesprächsbereitschaft, verlangte aber als Gegenleistung den Bau eines Radweges nach Ascheffel, finanziert durch den Kreis. Damit sollen die Verkehrssicherheit verbessert und die Einwohner für die Lärmbelästigung entschädigt werden.

„Auf solche Deals lassen wir uns auf keinen Fall ein“, machte Hans-Jörg Lüth deutlich. Der AWR-Aufsichtsratsvorsitzende nannte die Alt Duvenstedter Argumentation „rational nicht nachvollziehbar“. „Die Deponie liegt direkt an der Autobahn. Sich da über zusätzlichen Lärm zu beschweren ist grotesk“, sagte Lüth.

Die Aufarbeitung von Klärschlamm verursache keinen Gestank, helfe ein Umweltproblem zu lösen, bringe der Gemeinde Gewerbesteuer – nach Lüths Ansicht spricht alles für die Deponie als Standort. „Eine echte Win-Win-Situation. Schade, dass Alt Duvenstedt sie nicht will.“ Auf ein Koppelgeschäft „Radweg – Klärschlamm“ werde sich der Kreis jedenfalls nicht einlassen“, sagte Lüth mit Nachdruck. „Dann sehen wir uns halt nach einem anderen Standort um.“

Die Gemeinde habe sich für die „leisen Energien“ Solar und Wind ausgesprochen, betonte der Alt Duvenstedter Bürgermeister Peter Orda. Wenn der Kreis mehr wolle, müsse er auf die Gemeinde zugehen und Vorschläge zur Verkehrsführung und zur Kostenübernahme bei Straßenschäden machen. „Aber der Kreis macht nichts“, sagte Orda.

Alt Duvenstedt habe eine Grundsatzentscheidung gefällt. „Aber Änderungen sind möglich, wenn der Kreis sich bewegt.“






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