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Intensivere Kinderbetreuung : Kita-Kosten gehen durch die Decke

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Aufwendungen für Kindergärten im Kreis übersteigen 2018 erstmals 100 Millionen Euro. Den größten Anteil tragen die Gemeinden.

Die Kosten für die Kinderbetreuung im Kreis Rendsburg-Eckernförde explodieren: Laut der jüngsten Prognose der Verwaltung überspringen die Gesamt-Aufwendungen im kommenden Jahr erstmals die 100-Millionen-Euro-Marke. Das entspricht mehr als einer Verdopplung der Kosten seit 2011. Die größten Steigerungen müssen Eltern und Kommunen tragen.

Die Kosten für Krippen und Tagesstätten entwickeln sich seit Jahren nach oben. Während sie im Jahr 2009 noch bei 42,7 Millionen Euro lagen, steigerten sich die Aufwendungen bis 2015 auf gut 75 Millionen Euro. In dem Jahr wurden sie in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Ämter Bordesholm, Nortorfer Land und Dänischer Wohld, der Städte Rendsburg und Büdelsdorf sowie des Kreises untersucht. „Damals waren wir noch davon ausgegangen, dass die Kosten bis 2018 auf rund 90 Millionen Euro steigen“, sagte Christina Mönke von der Kreisverwaltung gestern auf Nachfrage der Landeszeitung. Die jüngste Fortschreibung ergab nun einen Betrag von 104,7 Millionen Euro.

Hintergrund für das Wachstum sind laut Mönke nicht nur der Ausbau der Betreuungsplätze und der Anstieg der Betriebskosten, sondern auch die stetige Ausweitung des Betreuungsumfanges. Die Eltern haben ihr zufolge einen immer größeren Bedarf, der sich in längeren Öffnungszeiten der Kindergärten und flexibleren Angeboten bemerkbar macht. Das sei eine Folge des Rechtsanspruchs auf eine bedarfsgerechte Betreuung. Derzeit liegt die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren im Kreis bei 37,8 Prozent. Wenn alle derzeit geplanten Krippenplätze umgesetzt werden, steige die Quote in diesem Jahr noch auf 40,2 Prozent. Bei Kindern über drei Jahren herrscht praktisch bereits Vollversorgung.

Die Prognose der Arbeitsgruppe zeigt auch, wie sich die Kosten verteilen. „Die Anteile verschieben sich kaum“, so Christina Mönke. Der Löwenanteil fällt demnach den Kommunen als Träger der Tagesstätten zu. Im laufenden Kindergartenjahr geht die Verwaltung von 42,6 Millionen Euro aus – mehr als die Hälfte der Gesamtkosten. Bis 2018 steigt der Betrag, den Städte und Gemeinden leisten müssen, um mehr als zehn Millionen Euro auf 52,9 Millionen Euro. Bereits jetzt ächzen die Haushalte so sehr unter diesen Beträgen, dass sie in einigen Orten weit ins Minus rutschen. Die Folge sind häufig Anhebungen der Steuer-Hebesätze, weil sich die Gemeinden nicht mehr anders zu helfen wissen. Den zweitgrößten Anteil schultern die Eltern. Sie berappen derzeit insgesamt fast 19 Millionen Euro. Bis 2018 soll die Summe auf 24,4 Millionen Euro anwachsen. Die Mittel des Landes steigen von 15,8 Millionen (2016) auf 18 Millionen Euro (2018). Der Kreis stellt in den Jahren 2017 und 2018 jeweils zwei Millionen Euro zusätzlich ins System der Betriebskostenförderung ein. Das hat der Kreistag während der vergangenen Haushaltsberatungen beschlossen. Damit steigen seine Mittel von rund 6,5 Millionen im Jahr 2016 auf 9,4 Millionen Euro (2018). Die Extra-Zahlungen kommen am Ende den Kommunen zugute. Der größte Teil der Kreis-Mittel wird jedoch für die Sozialstaffel aufgewendet. Denn Familien mit geringem Einkommen müssen nicht die vollen Kindergartenbeiträge zahlen. Was den Einrichtungen durch diese Nachlässe entgeht, holen sich deren Träger vom Kreis zurück. 2018 macht das eine Summe von 6,8 Millionen Euro aus.

Der Jugendhilfeausschuss des Kreises beschäftigt sich morgen mit der Finanzierung von Kindertagesstätten. Dabei werden auch die Ergebnisse der Evaluation vorgestellt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaal 2 im Kreishaus an der Kaiserstraße 8 in Rendsburg.

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erstellt am 21.Feb.2017 | 12:15 Uhr

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