Kita-Kinder tanzen „Die Eiskönigin“

Nach fünfmonatigen Proben führten 21 Drei- bis Sechsjährige das Stück auf und ernteten stehende Ovationen

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31. Januar 2018, 14:52 Uhr

Eine Gruppe von 21 drei- bis sechsjährigen Mädchen und Jungen der Erfder Gemeindekindertagesstätte führte nach fünfmonatigen Proben ihre getanzte Interpretation der Geschichte „Die Eiskönigin“ in der Aula der Stapelholmschule auf. Die Geschichte basiert auf der Disney-Verfilmung „Frozen“, deren Handlung frei an das Märchen „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen angelehnt ist.

Inspiriert von der Begeisterung der Kinder für diese Geschichte, hatte Kita-Leiterin Carola Beetz im vergangenen Sommer aus der Handlung der „Eiskönigin“ eine Tanzchoreografie entwickelt und im Herbst die tänzerische Arbeit mit den Kindern begonnen. Konzipiert hatte sie das Stück als modernen Ausdruckstanz. Den Schwerpunkt legte sie auf die Gruppendynamik. Die Kinder erlernten also gleichzeitig Grundelemente des modernen Tanzes und gruppenorientiertes Verhalten. Spielerisch wurden verschiedene Gefühle aus der Handlung herausgearbeitet, körpersprachlich ausgedrückt und daraus erste Tanzsequenzen einstudiert. Als Gruppe mussten die Kinder der Eiskönigin Elsa und ihrer Schwester Anna immer wieder zur Hilfe kommen und dafür gruppendynamische Abfolgen tanzen. Am Ende des Stückes bildeten die Kinder liegend eine Brücke für die zu Eis erstarrte Anna und brachten sie durch das Drehen ihrer Körper zum Eisfäller Kristoff, der sie mit seiner Liebe wieder zum Leben erweckte. Während der gesamten Handlung hatten die Kleinen immer wieder ungewöhnliche tänzerische Anforderungen zu bewältigen.


Die Proben stärkten das Teamgefühl

Herausragend agierte die fünfjährige Anne Wilmsen, die mit großer Inbrunst die „Anna“ in der Geschichte mimte und von Fröhlichkeit über Angst bis hin zur Verzweiflung alle Emotionen so intensiv tänzerisch zum Ausdruck brachte, dass die Zuschauer nur noch staunten. Die zweite Hauptrolle, die Eiskönigin Elsa, wurde von der vierjährigen Lotte Carstens ebenfalls mit vielen Emotionen gespielt. Mit großer Begeisterung agierte jedes Kind in seiner Rolle und alle erkannten die Wichtigkeit jedes einzelnen Tänzers.

Während der Proben entwickelte sich von Tag zu Tag ein größeres Teamgefühl, das sich auch außerhalb des Tanztrainings auf die Kinder auswirkte. Die Hörfähigkeit der Kinder wurde in diesem Projekt ebenfalls geschult: Als Grundlage für das Tanztheaterstück hatte sich Carola Beetz Musik vom britischen Komponisten Max Richter ausgesucht und auch Stücke seiner neu komponierten Version der „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi verwendet. Die Kinder zeigten sich sehr offen für die modern interpretierten klassischen Klänge und schafften es am Ende, genau herauszuhören, wann die verschiedenen Tanzelemente an der Reihe waren. Für Beetz war es eines der aufwändigsten Projekte in ihrer Arbeit, aber auch eines der besten – dass aus ihrer quirligen Gruppe eine richtige Tanzkompanie wurde, bestätigt sie in ihrer Auffassung, dass Kinder viel mehr können, als Erwachsene manchmal ahnen. Die jungen Tänzer ernteten nach ihrem Auftritt stehende Ovationen.

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