Nortorf : Kirchturm von St. Martin muss neu gedeckt werden

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Das Dach der St. Martin Kirche in Nortorf ist undicht. Die Schäden wurden von Experten in luftiger Höhe begutachtet.

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07. Mai 2018, 14:41 Uhr

Besuch für den Wetterhahn der Nortorfer St. Martin Kirche (Kreis Rendsburg-Eckernförde) in 56 Metern Höhe: Da sich das Regenwasser nach wie vor durch undichte Stellen im Dach seinen Weg in das Innere des Kirchturms bahnt, fand – mit Hilfe einer Hebebühne – eine aktuelle Bestandsaufnahme der Schäden des Kirchturmdaches sowie eine provisorische Reparatur mit Dichtmasse und Kupferblech statt.

Es war vor rund zwei Jahren, als sich eine gut zehn Quadratmeter große Fläche in dem Kirchturm bemerkbar machte. In der Annahme, es würde sich nur um ein oder zwei schadhafte Stellen handeln, wurde die Kieler Fachfirma Kleinfeld damit beauftragt, die notwendigen Reparaturarbeiten von außen zu erledigen. „Damals dachten wir, es müssen nur eine oder zwei Kupferplatten ausgewechselt werden“, verrät Hanns Lothar Kaempfe, Vorsitzender des Nortorfer St. Martin Kirchengemeinderats. Doch schnell zeigte sich, dass das Problem wesentlich komplexer war. Wiesen doch insgesamt 21 Platten an den Falzstellen bis zu fünf Zentimeter lange Risse auf. Um die weitere Vorgehensweise zu planen, wurden diese erst einmal provisorisch mit Blei-Reparaturband verschlossen.

Es war im Jahr 1973, als der Kirchturm generalüberholt wurde. Damals tauschte man auch die ursprünglichen alten Schieferplatten gegen die jetzige Kupfereinfassung aus. Die Balkenkonstruktion im Turmdach ist aus Holz, hat sich aber im Laufe der Jahre etwas in sich verdreht, wodurch das Dach aus einer bestimmten Perspektive sogar eine leichte Krümmung aufweist. „Und dadurch stehen die gerade einmal 0,7 Millimeter dicken Kupferplatten natürlich unter einer zusätzlichen Spannung“, fügt Guido Schmidt vom Bauausschuss des Kirchengemeinderats an. Zwar hatte man im letzten Jahr die Dachkonstruktion im Inneren stabilisiert, doch seit Jahresbeginn dringt erneut Wasser ein.

Besprechung: Unterstützt von Jörg Kleinfeld verschafften sich Ingmar von Hanneken und Hanns Lothar Kaempfe einen Überblick über die anstehenden Maßnahmen (von links).
Besprechung: Unterstützt von Jörg Kleinfeld verschafften sich Ingmar von Hanneken und Hanns Lothar Kaempfe einen Überblick über die anstehenden Maßnahmen (von links).

„Zum einen ist das Klebeband durch UV-Einstrahlung, Regen, Schnee und Hagel verwittert und dichtet nicht mehr richtig ab“, erklärt der mit der Instandsetzung beauftragte Architekt Ingmar von Hanneken. Zusätzlich sind sogar einige neue Risse dazugekommen. Ein Blick unter eines der Kupferbleche zeigte dann auch schnell, wo das Problem liegt. „Die Platten sind nach alter Technik verfalzt worden und können daher nicht genug arbeiten. Durch die Ausdehnung bei starker Wärme entstehen so enorme Spannungen, die zu den Rissen führen“, sagt Jörg Kleinfeld, der bei der Begutachtung half.

„Da nützt es nichts, einzelne Platten auszutauschen, das muss komplett neu gedeckt werden“, lautet die Schlussfolgerung von Guido Schmidt. Die Kosten dafür schätzt er, inklusive einiger Nebenarbeiten am Mauerwerk, auf gut 600 000 Euro. Obwohl das Kirchendach mit Schiefer eingedeckt ist, soll es aber beim Kupfer bleiben. „Als das Kirchturmdach noch Schieferplatten hatte, kam es nicht selten vor, dass sich bei schweren Unwettern einige lösten und zu Boden sausten.“

Haltbares Provisorium: Thomas Hell repariert die undichten Stellen mit Kupferblech .
Haltbares Provisorium: Thomas Hell repariert die undichten Stellen mit Kupferblech .

 
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