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Landeszeitung

22. September 2017 | 15:30 Uhr

Aukrug : Kirchenzwerge verlieren ihr Zuhause

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Betriebserlaubnis für den kirchlichen Kindergarten wird nicht verlängert. Am 5. Juli wird ein großes Abschiedsfest gefeiert.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Die Kindertagesstätte der Kirchengemeinde Aukrug erhält keine Betriebserlaubnis für das nächste Kindergartenjahr und wird deshalb am 24. Juli ihre Pforten schließen. „Unsere Kirchenzwerge waren ein Schatz, den wir hatten und den wir nun leider aufgeben müssen“, bedauert Pastorin Christina Leykum. Für den 5. Juli ist ein großes Abschiedsfest geplant.

„Ja, die Kirchenzwerge, das sind wir / hier in unserer Zwergengruppe spielen wir / Türme bauen, toben, lachen / singen, basteln, Spiele machen.“ Nur noch bis zum 24. Juli wird dieses Lied im Saal des kirchlichen Gemeindehauses erklingen. „Wir haben nicht genug Kinder im Ort für zwei Kitas“, stellt Pastorin Christina Leykum fest, „und darum heißt es nun nach 24 Jahren: Jetzt war’s das!“

Die Kinderstube der Kirchengemeinde Aukrug wurde am 22. August 1990 eröffnet. Ab 1994 gab es zwei Gruppen – die „Teddybären“ und die „Schmetterlinge“. 2002 kam sogar eine dritte Gruppe hinzu: die „Kirchenmäuse“. Kinderstuben- und Krippenbereich wurden 2011 zusammengefasst. „Dadurch sind wir erst eine Kita geworden, die unters Kita-Gesetz fällt“, erläutert Christina Leykum, „die Betriebserlaubnis haben wir nur mittelfristig erhalten; der Bürgermeister hat uns von vornherein gesagt, dass wir keinen Bestand haben werden.“ Etwa 20 Neugeborene kommen pro Jahr in Aukrug hinzu. „Da fehlt ganz einfach der Nachwuchs, um unsere Einrichtung aufrecht zu erhalten, wenn die Gruppen der kommunalen Kita nicht voll belegt sind.“

Im kirchlichen Gemeindehaus stehen optimale Räumlichkeiten für den Kita-Betrieb zur Verfügung: ein großer Saal zum Spielen und Frühstücken, eine kleinere Lernwerkstatt für Gruppenarbeit, eine Küche, sanitäre Einrichtungen und der Pastoratsgarten. 20 „Kirchenzwerge“ werden derzeit von Kita-Chefin Elke Bern und den beiden sozialpädagogischen Assistentinnen Kerstin Ingwersen und Tatjana Maul betreut. Mit 15 Kindern (zehn Mal „Ü3“ und fünf Mal „U3“) ist die Kita ausgelastet, und mehr als 15 Mädchen und Jungen sind auch nie gleichzeitig im Gemeindehaus, weil die Kita ein elternfreundliches „Platz-Sharing“-Modell angeboten hat: Kinder konnten für zwei, drei oder alle fünf Wochentage angemeldet werden. Die drei Mitarbeiterinnen haben Angebote der kommunalen Kita bekommen.

Bei einer Informationsveranstaltung am vergangenen Montag wurde den Müttern und Vätern das offizielle Aus für die Kita mitgeteilt. „Die Eltern haben gesagt, dass die Landschaft ärmer wird, wenn man unsere Einrichtung schließt“, berichtet die Pastorin, „man nimmt etwas weg, was so schnell nicht wiederkommen wird.“ Die Kirchengemeinde will sich bemühen, nach dem Auszug der „Kirchenzwerge“ neue Konzepte für die Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln. „Es wird neue Angebote geben“, kündigt Christina Leykum an. Geplant sind Konfirmandenunterricht für die vierten Grundschulklassen, ein Kinderchor sowie eine Krabbelgruppen-Kooperation mit der kommunalen Kita.

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