Kirchenkreis schafft neue Stellen für Erzieher und die Notfallseelsorge

Trotz des selbst verordneten Sparkurses votierte die  Synode  des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg für die Schaffung neuer  Stellen im Kita-Werk.
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Trotz des selbst verordneten Sparkurses votierte die Synode des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg für die Schaffung neuer Stellen im Kita-Werk.

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05. November 2013, 00:32 Uhr

Die Synode des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg hat in Kropp mit großer Mehrheit beschlossen, neue Stellen im Kindertagesstättenwerk und eine halbe Pfarrstelle für die Notfallseelsorge einzurichten. Der Kirchenkreis-Rat hat nun die Aufgabe, bis zur nächsten Tagung der Synode den Pfarrstellenplan zu überprüfen und Vorschläge zu machen, wo diese halbe Pfarrstelle eingespart werden kann. „Mit diesen Synoden-Entscheidungen wendet sich die Kirche im Landkreis nach außen und investiert in Bereiche, in denen wir staatliche Aufgaben mit übernehmen“, sagte Pröpstin Johanna Lenz-Aude.

Der Abstimmung ging eine ausführliche und konstruktive Diskussion voraus, denn Kirchenkreis und -gemeinden sind auf Sparkurs, was eher Stellenkürzungen zur Folge hat. „Diese Entscheidungen sind ein Tanz auf dem Vulkan“, fasste der Synodale Pastor Hans-Henning Franzen zusammen, „denn die Kirchengemeinden haben immer weniger Spielraum und stecken in finanziellen Schwierigkeiten“.

Eines der Gegenargumente in der Diskussion lautete: Bestimmte Bereiche müssten professionalisiert werden. Standards für die Notfallseelsorge seien beispielsweise vom Innenminister gefordert worden, und auch für die Kita-Arbeit gibt es neue Gesetze und Forderungen nach Qualitätssicherung, Zertifizierung und Inklusion.

„Wir wissen nicht, wie wir das als Ehrenamtliche alles bewerkstelligen sollen“, sagte Fritz Gehrmann, Mitglied im Kirchengemeinderat Haddeby. Haddeby mit drei Kitas und 18 Gruppen ist eine von sechs Kirchengemeinden, die dem Kita-Werk beitreten möchte.

Gleichzeitig arbeitet das Kita-Werk „am Limit“, wie der Leiter Gerd Nielsen ausführte. „2010 haben wir 110 Gruppen begleitet und betreut, mittlerweile sind es 145, nach den geplanten Beitritten 2014 dann 186 Gruppen mit insgesamt 625 Mitarbeitern. Das geht nicht ohne Ausweitung.“

Nach ausführlicher Diskussion entschied die Synode, dass der Kirchenkreis auch künftig „Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Schleswig-Flensburg“ heißen wird. Die Aufnahme der Landschaft Angeln in den Namen wurde abgelehnt. Mittlerweile sei ein gemeinsamer Weg beschritten und Vieles gewachsen. Entscheidend sei die gute inhaltliche Zusammenarbeit in den Gremien, die mit Vertretern aus allen drei Propsteien besetzt sei, lautete ein Argument.

Bereits vor der Fusion der Kirchenkreise Schleswig, Flensburg und Angeln 2009 war festgelegt worden, dass nach drei Jahren die räumliche Trennung von Sitz und Verwaltung überprüft werden soll. Das Ergebnis: Aus praktischen Gründen soll der Sitz des Kirchenkreises statt in Flensburg nun in Schleswig sein.

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