Synode : Kirchengelder fließen nach neuen Regeln

Die Finanzreform soll für  ein  objektives und einfaches System sorgen: Der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde will die Verteilung von derzeit rund 5,2 Millionen Euro an die Gemeinden neu regeln.
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Die Finanzreform soll für ein objektives und einfaches System sorgen: Der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde will die Verteilung von derzeit rund 5,2 Millionen Euro an die Gemeinden neu regeln.

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt: Der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde will die Gelder an seine 37 Gemeinden neu verteilen. Es geht dabei um 5,2 Millionen Euro.

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27. März 2014, 12:33 Uhr

Die Diskussion zur weiteren Entwicklung der evangelischen Kirche in Rendsburg-Eckernförde ist in vollem Gange. Wie sieht es aus in den Kirchen, Gemeinden und im Kirchenkreis, wenn weniger Menschen (dafür aber mehr alte) die Struktur verändern? Unter dem Titel „Zukunftsfähig 2025“ stellte gestern die Kirchenkreissynode in Rendsburg die Weichen für eine neue Basis der Arbeit.

Die wichtigste Veränderung betrifft das Geld. Nach einer lebhaften Debatte sprachen sich die 81 Synodalen dafür aus, im Herbst eine neue Finanzsatzung für die Verteilung der Mittel an die 37 Gemeinden des Kirchenkreises zu beschließen. Das Regelwerk sieht vor, die Zuwendung der Kirchensteuer an die Gemeinden von derzeit 5,5 Millionen künftig nach drei Kriterien zu berechnen: Berücksichtigt werden die Gemeindemitgliederzahlen mit 70 Prozent, die Wohnbevölkerung mit 20 Prozent und mit zehn Prozent die Zahl der denkmalgeschützten Kirchen und sakralen Gebäude, wie zum Beispiel Kapellen.

Der Rückgang der Bevölkerung und das damit einhergehende Schrumpfen des Kirchensteueranteils werde einschneidende Folgen bis zum Jahr 2025 haben. „Wir gehen von 25 Prozent weniger Einnahmen in den nächsten zwölf Jahren aus“, begründet Propst Matthias Krüger die Neuorientierung. Darauf müsse man sich jetzt schon einstellen. „Wir werden den Prozess nicht aufhalten können.“

Die Finanzreform soll ein bisher schwer zu durchschauendes Punktesystem ablösen und für eine einfachere und gerechtere Verteilung sorgen. Zunächst allerdings gibt es durch das neue Konzept, das im Laufe von fünf Jahren schrittweise umgesetzt werden soll, Gewinner und Verlierer. Die Rendsburger Gemeinde St. Marien wird 7,5 Prozent der Mittel einbüßen, die Gemeinde Schilksee-Strande dagegen ein Plus von 13,1 Prozent verbuchen. Jevenstedt verliert 4,5 Prozent. St. Jürgen in Rendsburg muss ein Minus von 14 Prozent verkraften. Altenholz aber gewinnt 11,1 Prozent. Zusätzlich wurde beschlossen, dass ein Anteil von einem Prozent der Gesamtkirchensteuer dem Gemeinschaftsanteil zugewiesen werden soll. Aus diesen Mitteln werden die Kirchengemeinden, die eine Kindertagesstätte haben, unterstützt.

Der Zwang zum eisernen Sparen lässt sich auch an der neuen Bemessung von Pfarrstellen ablesen, die ebenfalls von den Synodalen abgesegnet wurde. In dem Kirchenkreis, in dem rund 130 000 evangelische Christen leben, sind 80 Seelsorger beschäftigt. Es werden zwar keine Pfarrstellen gestrichen. Aber nach jeder Pensionierung werde die Stelle nach der Anzahl der Gemeindeglieder neu berechnet und gegebenenfalls um Stunden reduziert. Dieser Prozess führe langfristig zu einer „leichten Kürzung“ um 3,2 Vollzeitstellen. Künftig sollen außerdem nur noch halbe und ganze Stellen vergeben werden.

„Die Kirchengemeinden sind kleiner geworden“, sagt Matthias Krüger. Jedes Jahr verringere sich die Zahl der Gemeindemitglieder um ein Prozent. Das habe mit wachsender Überalterung zu tun. Krüger: „Wir taufen schlicht weniger Menschen, als wir beerdigen.“ Dazu kommen Austritte und Wegzüge von Menschen. Der Propst zeigte ein weiteres Problem auf, das nicht mit Geld zu lösen sei: Es werde immer schwieriger, die Pastoren-Stellen zu besetzen. Seit Jahren sinke die Zahl der Theologie-Studenten drastisch.

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