Süderstapel : Kirchen-Sanierung machte alles nur noch schlimmer

Holzkorsett: Massive Balkenkonstruktionen stützen das marode Mauerwerk der St. Katharinenkirche in Süderstapel.
Holzkorsett: Massive Balkenkonstruktionen stützen das marode Mauerwerk der St. Katharinenkirche in Süderstapel.

Gotteshaus in Süderstapel weiterhin in einem schlechten Zustand. Im Mauerwerk zeigen sich Risse.

shz.de von
07. Februar 2018, 20:15 Uhr

Die Situation der sanierungsbedürftigen St.  Katharinenkirche in Süderstapel wird sich in naher Zukunft nicht ändern. Dieses Fazit wurde in der jüngsten Versammlung der Kirchengemeinde im Gemeindehaus gezogen. „Alle haben daran verdient: Der Architekt, die Baufirmen, die Gutachter und die Rechtsanwälte – aber die Kirche ist immer noch in dem schlechten Zustand wie vor Jahren“, bemerkte ein Teilnehmer am Rande der Veranstaltung.

In einem Gutachten wird festgestellt, dass die Schäden tatsächlich eingetreten sind und ihre Ursache in den Sanierungsmaßnahmen haben. Äußerlich lässt sich das an den Rissen im Mauerwerk sehen, auch wenn die vier Ecken der Kirche massiv abgestützt und gegen Regenschlag mit Verschalungen versehen sind. Ob ein anderer Mörtel dies verhindert hätte, ist fraglich. Sicher ist hingegen, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine der ältesten und mit ihrem markanten Rundturm sehr seltenen Kirche, zu erhalten. Dabei rechnet man im günstigsten Fall mit Kosten von rund 2,4 Millionen Euro.

„Wir erwarten da vom Kirchenkreis eine entsprechende Unterstützung“, forderte der Vorsitzende des Kirchengemeinderates Armin Jans und gab den entsprechenden Beschluss der Leitungsrunde des Pfarrsprengels bekannt. Unter Umständen müssen demnächst noch die Kirchenfenster ausgebaut und durch Einfachverglasung ersetzt werden, da das Mauerwerk Druck ausübt und die künstlerisch gestalteten Fenster im Moment zu bersten drohen. Voraussichtlich wird die Gemeinde noch Klage einreichen. Einziger Lichtblick ist die neue Turmuhr, die die marode Vorgängerin abgelöst hat.

Von den Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse wurde im weiteren Verlauf der Versammlung von einem lebendigen Gemeindeleben berichtet. Die aktuelle Situation mit drei Kirchengemeinderäten, den dazugehörigen Ausschüssen und der Leitungsgruppe führe jedoch zu einem großem Verwaltungsaufwand. Das bedeute für die Ehrenamtlichen wie für die zwei Pastoren einen erheblichen Zeitbedarf. Nachdem man schon die drei Kirchenbüros von Bergenhusen, Erfde und Süderstapel im alten Amtsgebäude von Norderstapel zentral zusammengeführt habe, will man bis Ende des Jahres eine Gemeinde bilden, die von den zwei Pastoren in Erfde und Bergenhusen geleitet wird.


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