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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Kirche spart an ihrem Parlament

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Synode schrumpft von 99 auf 77 Abgeordnete. Im September wird das Gremium in schmaler Besetzung erstmals gewählt.

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erstellt am 13.Apr.2017 | 08:00 Uhr

„77 ist eine Zahl, mit der sich die Arbeit im Kirchenkreis gut leisten lässt“, sagt Propst Sönke Funck. Die bisherige Synode – das Kirchenparlament – hat deshalb eine Verringerung ihrer Abgeordneten um 22 Mitglieder beschlossen. Acht Jahre lang agierte der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde mit 99 Synodalen. Im September soll nun die neue Zusammensetzung geklärt werden. Daher startet jetzt die Suche nach Kandidaten.

Seit den 1980er-Jahren ist Renate Ahlmann dabei. Die Sehestedterin bezeichnet die Aufgabe als „große persönliche Bereicherung“. Ihr ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass „wir eine Beteiligungskirche sind“. Und Pierre Gilgenast betont in seiner Funktion als Präses der Kirchenkreissynode: „Es darf sich jeder melden, der sich berufen fühlt.“ Auch Propst Matthias Krüger macht deutlich, dass Kirche grundsätzlich von unten her aufgebaut ist. So sind erst Ende vergangenen Jahres die Kirchengemeinderäte neu gewählt worden.

Das Parlament des Kirchenkreises bezeichnet sich als Synode, nach dem griechischen Wort für „Zusammenkunft“ und kann keine Gesetze erlassen, ist jedoch das oberste Beschlussorgan des Kirchenkreises. Aber bis zu drei Mal im Jahr versammeln sich die Abgeordneten, um den Haushalt des Kirchenkreises zu beschließen, Propst oder Pröpstin zu wählen, darüber zu bestimmen, wie und wo Pfarrstellen eingerichtet werden oder um die Verteilung der Kirchensteuermittel zu regeln – um einige Aufgaben zu nennen. Also zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten für die Gemeindemitglieder. Darum sagt Präses Gilgenast: „Wir suchen Mitgestalter.“

34 der gewählten Synodale werden aus dem Wahlkreis Eckernförde kommen (Propstei Eckernförde), 36 aus dem Wahlkreis Rendsburg. 37 Kirchengemeinden von Altenholz bis Wacken mit insgesamt 124  000 Gemeindemitgliedern gibt es im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde. Bei dieser Anzahl sollte es kein Problem darstellen, rund 160 Kandidaten zu finden, mein Propst Krüger. Denn auf jeden Abgeordneten kommt auch ein Stellvertreter. Zudem stammen nicht alle Synodale aus den Gemeinden, sondern lediglich 42 (siehe Infokasten). Verringert wurde die Abgeordnetenzahl, um stringenter arbeiten zu können, aber natürlich auch, um Kosten zu sparen, gestehen die Pröpste ein. Auch die Umwelt habe man dabei durchaus im Blick: Weniger Fahrten bedeute weniger CO2-Ausstoß.

Der zeitliche Aufwand für die Mitarbeit sei überschaubar, sagt Astrid Halver, Synodale aus den Reihen der Pastoren. Die Seelsorgerin aus Osterrönfeld ist seit fast 30 Jahren dabei. Da sie demnächst in den Ruhestand gehen wird, kandidiert sie nicht wieder. Sie hält es für sehr sinnvoll, „über den Kirchturmrand zu schauen“ – also auf den Versammlungen zu erfahren, welche Herausforderungen in anderen Gemeinden bestehen. Synodale sollten am kirchlichen Gemeindeleben teilnehmen (siehe Infokasten). Renate Ahlmann hat dies jahrzehntelang auf unterschiedliche Art und Weise getan, in der Frauenarbeit oder im Ökumene-Ausschuss. Ein wenig klopft ihr Herz schon beim Gedanken an ihr Ausscheiden. Aber die Synode braucht auch neue Kräfte und Mitgestalter, betonen alle Beteiligten.

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