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Landeszeitung

27. September 2017 | 00:00 Uhr

Ferienaktion : Kinder übernehmen das Kommando

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine Stadt, in der allein Kinder das Sagen haben: Dieser Traum wird für den Nachwuchs wahr. Ende August gibt es wieder die Ferienaktion „Jerry Town“.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2015 | 06:00 Uhr

Der Machtwechsel ist beschlossene Sache: In den Sommerferien übernehmen die Kinder das Kommando. Der Nachwuchs gründet in Rendsburg zum neunten Mal eine eigene Stadt: „Jerry Town“. In der elternfreien Zone spüren die Bewohner im Alter von neun bis zwölf Jahren dem wahren Leben nach. Die Kinder wählen einen Bürgermeister, richten Arbeitsplätze ein, sorgen für Recht und Ordnung und handeln in ihrer eigenen Währung. Es gibt ein Arbeitsamt, Restaurants, Krankenhaus, Feuerwehr und einen Fernsehsender. Sogar ein eigenes Steuersystem existiert.

Die aufwendig angelegte Aktion entpuppte sich in den vergangenen Jahren als der Renner im Programm der Stadt Rendsburg. Daher gibt es jetzt die ersehnte Fortsetzung. In der Woche vom 24. bis 28. August bilden 200 junge Stadtbewohner täglich von 9 bis 16 Uhr im Innenhof des Hohen Arsenals erneut eine eingeschworene Gemeinschaft. Die künftigen Bürger der Kinderstadt, die frei nach dem Rendsburger Stadtgründer Gerhard dem Großen benannt ist, können sich ab sofort auf der Internetseite der Kinderkommune (www. jerry-town.de) anmelden.

In der selbstverwalteten Stadt der Kinder wird mit „Jerrys“ bezahlt. Doch auch der Euro spielt noch eine große Rolle für das Projekt. Die Finanzierung der Aktion kann nämlich nur durch Spenden gesichert worden. Die größte Unterstützung in Höhe von 10  000 Euro kommt aus der Sparkassenstiftung. Aber auch Edeka Hausschild, die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde, die Netzwerkstatt, SZ-Transporte, Stadtwerke, Volkshochschule, Kinderschutzbund und das A4-Familienzentrum gehören zu den Sponsoren. Teilweise werden sie das Projekt mit eigenem Personal unterstützten. „Der Aufbau der Kinderstadt im Innenhof des Hohen Arsenals ist eine große logistische Herausforderung“, sagt Matthias Gröning vom Fachdienst Familie, Schule, Kultur und Sport im Rathaus, der das Projekt schon seit Beginn an organisiert.

„Die ganztägige Freizeitaktion ist vor allem für Kinder geeignet, deren Eltern in den Sommerferien arbeiten müssen“, sagt Fachdienstleiter Herbert Schauer. So gebe es für die Teilnehmer jeden Tag ein Mittagessen. Mittlerweile sei „Jerry Town“ ein sichere Säule der verlässlichen Ferienbetreuung in der offenen Jugendarbeit. „Jerry Town“ ist allerdings mehr als eine bloße Urlaubsbeschäftigung. „Die Kinder haben die einmalige Gelegenheit, wirtschaftliche und politische Abläufe möglichst wirklichkeitsnah kennen zu lernen“, beschreibt Matthias Gröning das Konzept. „Es geht darum, Konflikte selbstständig zu lösen, Regeln zu akzeptieren und sich für das Gelingen der Stadt mit verantwortlich zu fühlen.“

Auch das Erfolgsgeheimnis der beliebten Aktion verrät der Organisator: „Die Kinder sind die Herren der Stadt.“ Die jungen Bewohner dürfen sich in ihrer Gemeinschaft frei entfalten, ohne reglementiert zu werden. Nur rund 40    Erwachsene haben als Helfer Zutritt und lediglich beratende Funktion. Mitbestimmen dürfen die Großen nicht. In „Jerry Town“ haben immer die Kleinen das letzte Wort.

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