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Eltern sind ärgerlich : Kinder müssen auf Schaukel und Klettergerüst verzichten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Eltern der Kita Butterberg sind verärgert: Der Haushalt der Stadt für 2015 sieht keine neuen Spielgeräte vor.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Ein Spielplatz ohne Schaukel ist kein richtiger Spielplatz. Doch genauso sieht es derzeit auf dem Außengelände der Kindertagesstätte Butterberg in Rendsburg aus – und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Denn im Haushalt 2015 werden keine Mittel für neue Spielgeräte bereit gestellt, hieß es auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. Die Eltern der Kita zeigen sich verärgert über diese Entscheidung: Eine Erhöhung der Kitagebühren und gleichzeitig kein Geld für die Kinder ausgeben – das sei ein Widerspruch in sich. „Wir sind schließlich alle voll zahlende Eltern. Das ist eine bodenlose Frechheit“, findet Robert Mandic, Vorsitzender des Elternbeirats und Vater des fünfjährigen Kindergartenkindes Maximilian. „Ich kaufe schließlich auch kein Auto ohne Reifen“, vergleicht er die Situation.

Im vergangenen Sommer wurde bei einer Überprüfung des Spielplatzes festgestellt, dass sowohl die Schaukel als auch das Klettergerüst an der Schleswiger Chaussee nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen. Sie sind beim Tüv durchgefallen und wurden schließlich demontiert. Eine mündliche Zusage habe es damals gegeben, dass die Geräte ersetzt werden, erinnert sich Mandic. Doch diese scheint längst überholt. Die 120 Kinder müssen auch noch im nächsten Jahr auf Schaukel und Klettergerüst verzichten.

Die Reaktion von Herbert Schauer, dem Fachbereichsleiter für Bürgerdienste, kann der Familienvater nicht nachvollziehen. Schauer sagte in der Sitzung am Montagabend, dass die Kinder durchaus im Außenbereich spielen könnten – auch ohne viele Geräte. Es gebe schließlich immer noch die Spiele Ticken oder Fangen, so seine Meinung.

Doch für den Bericht, den die Erzieher an die Grundschulen schicken müssen, reiche das sicherlich nicht, meint Mandic. Sein Sohn Maximilian wird den Kindergarten bald verlassen. Dafür muss seine Gruppenleiterin in einem Schreiben erklären, wie seine motorische Fähigkeiten und sein Spielverhalten sind: „Doch bei dieser Außenanlage kann man das doch gar nicht richtig beurteilen“, so der Vater. Der Beiratsvorsitzende möchte jetzt noch einmal an die Stadt appellieren, ausreichend Gelder für alle Kitas in der Rendsburg bereit zu stellen. Ein Ersatz der Spielgeräte im Butterberg müsse ja auch nicht sofort her, schließlich stehe der Winter vor der Tür. Aber bis zum nächsten Sommer sollten sie wieder stehen, fordert er. „Bei unseren Kleinen mit dem Sparen anzufangen, ist der ist der falsche Weg.“

Doch nicht nur Eltern der Kita Butterberg sorgen sich um ihre Spielflächen. Edda Lange von der Kita Neuwerk wollte von den Ausschussmitgliedern ebenfalls wissen, wie die Planungen für ihr Außengelände aussehen. Dass es sich dabei nicht um die Forderung nach einer kompletten Neugestaltung des Platzes mit neuen Spielgeräten handelt, konnte Lange gestern im Gespräch mit Bürgermeister Pierre Gilgenast erklären, sagt sie gegenüber der Landeszeitung. Ihr und den anderen Eltern gehe es um die „Wiederherstellung des Außengeländes.“ Denn mit dem Umbau der Einrichtung in der Lilienstraße sei der Rollerplatz fürs Dreiradfahren sowie die Hügellandschaft verschwunden. „Wir wollen jetzt sicherstellen, dass das wieder hergerichtet wird“, sagt die Mutter. Schließlich sollen die Kinder dort wieder ihren Gleichgewichtssinn trainieren können. „Wir sind jetzt aber auf einem guten Weg, mit der Stadt zu einer Lösung zu kommen“, so Lange.

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