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Hanerau-Hademarschen : Kinder im Heimatmuseum sind „kaum zu bremsen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In Hanerau-Hademarschen startet ein außergewöhnliches Projekt: Schüler führen durch die Ausstellung.

Stolz heften sich Elin Thomsen, Mika Gundelach, Norwin Haßmann und Amelie Hoeling (alle neun Jahre alt) Anstecker an ihre Pullover. Von jetzt an arbeiten sie ehrenamtlich als Museumsschüler in den Ausstellungen des Heimatmuseums Hanerau-Hademarschen mit. Und das völlig freiwillig und mit großer Begeisterung. Ebenso wie der siebenjährige Jonas Norden: Er wurde zum Museumsfreund ernannt. „Für uns ist das absolutes Neuland und eine wirkliche Attraktion“, erklärt Marianne Hansen begeistert. Im Museum organisiert sie zusammen mit Frauke von Gaza Sonderausstellungen und betreut unter anderem die Ostdeutschen Stuben sowie die Ausstellung Flucht und Vertreibung. „Dass sich Schulkinder für ein Museum interessieren, kommt nicht oft vor, deshalb ist die Mitarbeit der Schüler etwas ganz Besonderes für uns“, erzählt Hansen.

Im Rahmen des Sachkundeunterrichts besuchte die Klasse 3c mit Lehrerin Silke Pahl im letzten November die Ausstellungen des Museums. Mika, Norwin, Elin und Amelie waren so begeistert von den alten Sachen, dass sie ihre Eltern darum baten, am darauffolgenden Sonntag noch einmal in das Museum zu gehen. „Da waren sie kaum zu bremsen“, erinnert sich Marianne Hansen. Frauke von Gaza und sie hätten daraufhin die Idee gehabt, sich das Interesse der Schüler zunutze zu machen und mit ihnen das Projekt „Museumsschüler“ zu starten. Sie luden die Kinder im Dezember zu einem ausführlichen Rundgang durch das Museum und das Archiv ein. Dabei durften die Schüler alle Werkzeuge und Geräte anfassen und ausprobieren. „Das hat Spaß gemacht. Mir gefällt besonders das alte Klassenzimmer mit den Schulbänken, den Schiefertafeln, auf denen mit Griffeln in Sütterlinschrift geschrieben wurde“, erzählt Norwin. „Mir haben die landwirtschaftlichen Geräte gefallen. Überhaupt finde ich die alten Sachen alle voll cool“, ergänzt Mika. Immer am ersten Sonntag im Monat hat das Museum geöffnet. Am 1. März sind Elin, Mika, Jonas, Amelie und Norwin das erste Mal mit im Einsatz und dürfen die Besucher durch die Ausstellungen begleiten. „Vielleicht können sie dann auch schon zu dem ein oder anderen Thema etwas erzählen“, so Hansen. Je nach Interesse arbeiten sie sich in die Themen der einzelnen Ausstellungen ein. Darüber hinaus hat Archivar Reimer Schröder sich bereit erklärt, die Kinder in die Geheimnisse des Archivs einzuweihen. Dabei gehe man auf die Wünsche der Kinder ein, die ihre Mitarbeit je nach Neigung gestalten können. „Wir arbeiten Hand in Hand mit der Schule und der Klassenlehrerin, und erhoffen uns dadurch ein stärkeres Interesse der anderen Schüler an den Ausstellungen“, erklärt Hansen. „Wir sind ein Museum zum Anfassen. Dadurch begreifen die Kinder die Vergangenheit“, meint Hansen. Zum Einstand bekamen die Kinder von ihr ein Buch von Max Suhr über Theodor Storm in Hademarschen und Hanerau.

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