Nindorf : Kimberquelle soll ab Mai sprudeln

Richtspruch: Zimmerermeister Dietmar Seeger (l.) pries das Quellwasser als „regionales
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Richtspruch: Zimmerermeister Dietmar Seeger (l.) pries das Quellwasser als „regionales

Gestern wurde das Richtfest für das Abfüllhaus der Hohenwestedter Werkstatt in Nindorf gefeiert. Ab Mai soll dort frisches Quellwasser abgefüllt werden. 800 000 Euro wurden für das Leuchtturmprojekt der Aktivregion investiert.

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09. November 2013, 06:00 Uhr

„Wir feiern heute das Richtfest für ein ganz besonderes Gebäude“, sagte Bernd Ramm von der Hohenwestedter Werkstatt, „ich bin ganz ergriffen, dass wir schon so weit sind.“ An der Kreisstraße 20 zwischen Nindorf und Luhnstedt entsteht das Abfüllhaus für das Wasser aus der „Kimberquelle“, das die Hohenwestedter Werkstatt ab Mai 2014 unter der Bezeichnung „gut2“ vermarkten will. Das Bauvorhaben der Hohenwestedter Werkstatt (eine Einrichtung der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie) wurde 2011 vom Landesbeirat der Aktivregionen als „Leuchtturmprojekt“ eingestuft und wird infolgedessen mit 270 000 Euro aus dem Europäischen Landschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) bezuschusst.

„Mit unserem Projekt haben wir den zweiten Platz auf Landesebene gemacht“, berichtete Ramm und lobte das Engagement von Heinz-Dieter Gröning von der Aktivregion Mittelholstein: „Er hat uns den Weg durch den hochkomplizierten Paragraphen-Dschungel der EU gewiesen.“

„Die EU gab auch einen Taler dazu, und das finden wir ganz prächtig / denn die Baukosten sind doch beträchtlich“, reimte Zimmerermeister Dietmar Seeger mit Blick auf die Gesamtbaukosten von 800 000 Euro für das Abfüllhaus, in dem 15 Menschen mit Behinderung Arbeit finden sollen. „Ein regionales Lebenselexier / wird abgefüllt in Flaschen hier“, dichtete Seeger, der in seinem Richtspruch auch auf den von Quelleneigentümer Hans-Detlef Häufle und Bernd Ramm geprägten Begriff der „Kimberquelle“ Bezug nahm: „Das kimbrische Reich ging einst vom Skagerrak bis zur Elbe, und vielleicht haben die Kimbern hier an der Quelle ihren Durst gestillt.“

Darüber, ob sich die Kimbern vor über 2000 Jahren an dem Nindorfer Quellwasser labten, kann man allenfalls Mutmaßungen anstellen. Zweifelsfrei fest steht, dass die Quelle in neuerer Zeit im Jahre 1886 entdeckt wurde. „Als man hier vor 127 Jahren nach Öl bohrte, schoss ein gewaltiger Wasserstrahl aus der Erde“, erzählte Ramm, „1913 wurde diese Quelle mit großem Aufwand eingefangen, und bis 1976 diente sie zur Wasserversorgung der Gemeinde Remmels.“

Nach EU-Bestimmungen muss Quellwasser am Quellort abgefüllt werden, und darum hat die Hohenwestedter Werkstatt den Bau des Abfüllhauses in Angriff genommen.

„Wir haben Sie von Anfang an bei diesem Projekt unterstützt“, betonte Amtsvorsteher Peter Thomsen, „und das Amt Mittelholstein wird Ihnen auch weiterhin zur Seite stehen, damit aus dieser sehr guten Idee auch eine erfolgreiche Idee wird.“

Bernd Ramm ist von den Qualitäten des eigenen Produkts überzeugt: „Unser Quellwasser hat den optimalen Mineralgehalt zur Entschlackung.“ Das „gut2“-Wasser wird von der Quelle durch ein Edelstahlrohr zu einem Filter geleitet, wo der erhöhte Eisengehalt durch Zugabe von Luft herausoxidiert wird. Menschen mit Behinderung aus der Hohenwestedter Werkstatt werden im Abfüllhaus logistische Aufgaben übernehmen, indem sie Flaschen und Kisten bereitstellen und verladen und die halbautomatische Flaschenwäsche bedienen. Das Datum für die Einweihungsfeier steht fest: Am 16. Mai 2014 soll das Abfüllhaus feierlich eröffnet werden.

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