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Neue Rader Hochbrücke : Kiel weckt Hoffnung auf sechs Spuren

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele: Bei 60.000 Fahrzeugen pro Tag muss die Hochbrücke drei Fahrstreifen pro Richtung erhalten.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2017 | 12:50 Uhr

Der schleswig-holsteinische Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele und der Landtagsabgeordnete Kai Dolgner (SPD) informierten jetzt über die aktuellen Planungen zum Bau der neuen Rader Hochbrücke im Verlauf der Autobahn 7. Zu der Diskussionsrunde begrüßte der Schacht-Audorfer SPD-Ortsvorsitzende Eckard Reese knapp 50 Gäste im „Audorfer Hof“.

Nägele begann mit einer „guten Botschaft“: „Die Planungen liegen im Zeitplan, die alte Brücke ist weiterhin verkehrstüchtig.“ Er stellte fest, dass nach neuesten Zählungen der Verkehr über die Brücke ansteige. Ob das temporär wegen des Kanaltunnels so sei, oder für eine Prognose ausreiche, werde noch abgeklärt. Wenn diese Steigerung langfristiger Natur sei, müsse über den Bau von sechs Fahrspuren über den Kanal nachgedacht werden. Es zeichne sich ab, dass der Verkehr aus der Region so stark sei, dass sechs Spuren nötig sein könnten. Nach Angaben der Deges, der Planungsgesellschaft des Bundes, sei der sechsstreifige Ausbau ohne Zeitverlust möglich, so Nägele.

Dolgner wies darauf hin, dass die Einwohnerzahl in den Kommunen südlich des Kanals in den vergangenen 30 Jahren um 11.000 gestiegen ist. „Die Menschen wohnen im Süden, Arbeitsplätze und Schulen liegen im Norden“, nannte er als Grund für den zunehmenden Autoverkehr über die Brücke. „Wir argumentieren, dass wir sechs Spuren brauchen, aber wir entscheiden nicht darüber“, machte Nägele den aktuellen Standpunkt deutlich, denn: „Die Entscheidung wird in Berlin getroffen.“

Bei der derzeitigen Planung seien zwei Fahrspuren je Richtung vorgesehen, dazu ein Standstreifen, der bei hohem Verkehrsaufkommen als Behelfsspur zusätzlich genutzt werden könnte. Dolgner plädierte für einen sechsspurigen Neubau zwischen den Anschlussstellen Büdelsdorf im Norden und dem Kreuz Rendsburg im Süden des Kanals. „Wir haben die Argumente dafür. Wenn der Ferienverkehr einen Infarkt verursacht, schadet das auch der Wirtschaft“, sagte er.

Mit verlässlichen Prognosen über die Verkehrsentwicklung rechnet Frank Nägele in der zweiten Jahreshälfte. „Wenn die Zahlen für 2030 über 60.000 Fahrzeugen pro Tag liegen, müsste der Bund abwägen, ob die Brücke sechsspurig gebaut wird“, stellte der Staatssekretär fest. Sollte die Entscheidung dafür ausfallen, würde es sich beim Brückenbau um einen Neubau, nicht um einen Ersatzbau handeln, für den umfassendere Lärmschutzmaßnahmen vorgeschrieben sind. Nägele versprach zudem einen stärkeren Lärmschutz an den Dämmen, die auf die Brücke führen. „Wenn der Bund nicht zahlt, dann das Land.“ Weil die neue Brücke 17 Meter östlich der alten gebaut wird, muss auch der Damm nach Osten verbreitert werden. Dieser könnte mit einer steileren Böschung aufgeschüttet werden, so dass am Fuß des Dammes keine weiteren Flächen benötigt würden, sagte Nägele. Dolgner kündigte an: „Wir werden in Berlin noch Druck machen, was Lärmschutz und den sechsspurigen Ausbau betrifft.“

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