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Borgdorfer See : Keine Lebensretter zur Badesaison?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

DLRG kündigt Betreuungsvertrag mit dem TuS Nortorf. Schwimmer wollen mehr Rückhalt vom Sportverein.

Keine Rettungsschwimmer am Borgdorfer See – und das in der Hauptsaison. Dieses Szenario könnte Wirklichkeit werden, denn die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) Nortorf hat den Betreuungsvertrag mit dem Betreiber der Badestelle in Borgdorf-Seedorf, dem Turn- und Sportverein (TuS) Nortorf, gekündigt. Grund für den Rückzug: Die DLRG vermisst den Rückhalt des Sportvereins für ihre verantwortungsvolle Aufgabe. Die Zeit wird knapp: Wenn sich beide Vereine nicht bald einigen, sorgt niemand für die Sicherheit an der Badestelle. Und die Saison beginnt am 1. Juni.

Wie jetzt bekannt wurde, hat die DLRG die Zusammenarbeit bereits Ende des vergangenen Jahres gekündigt. „Wir wollen gerne wieder mit dem TuS zusammenarbeiten – aber dafür müssen nun erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden“, bekräftigt Jörg Wollny, der Vorsitzende der Nortorfer DLRG, die ebenfalls für die Sicherheit in den Freibädern in Bokel und Timmaspe sorgt. Die Tätigkeit der Rettungsschwimmer an einer Seebadestelle sei deutlich schwieriger als in einem Freibad. Die Wasserqualität sowie die Größe und Unübersichtlichkeit stelle dabei besondere Anforderungen. „Aufgrund der höheren Verantwortung können dort auch nur Rettungsschwimmer ab 18 Jahren tätig sein, die mindestens das Silberne Leistungsabzeichen der DLRG besitzen“, erklärt Wollny. Damit diese sich aber voll auf ihre Aufgabe konzentrieren können, sei es wichtig, eine erfahrene Bezugsperson vor Ort zu haben, die sie bei ihrer Tätigkeit unterstützt. Stattdessen habe der TuS die jungen Nachwuchskräfte in der vergangenen Saison zu oft allein gelassen. „Und genau das ist einer der Punkte, die in der letzten Saison zu wünschen übrig ließen – deshalb ist das auch eines unserer Hauptanliegen“, fügt Wollny an. Die mangelnde Rückendeckung habe den Rettungsschwimmern den Spaß an ihrer Aufgabe genommen. Genauso wichtig sei die Nachwuchsförderung, um genug Rettungsschwimmer zu haben. Dementsprechend sehe der DLRG den TuS in der Verantwortung, Jugendliche vor Ort für eine dementsprechende Ausbildung zu begeistern.

„Unser Ziel ist es, die Badeanstalt im Sommer mit Rettungskräften zu besetzen“, betont Bernd Rohwer, der erste Vorsitzende des TuS Nortorf. Da er selbst drei Jahre als Rettungsschwimmer tätig war, sehe auch er den Handlungsbedarf. „Wir arbeiten gerade mit Hochdruck daran, eine vernünftige Basis für eine Zusammenarbeit zu schaffen“, so der Vorsitzende. Drei Mitglieder des TuS haben sich ihm zufolge bereiterklärt, im Wechsel vor Ort zu sein, um die Rettungsschwimmer zu unterstützen. Das sei jedoch nur eine kurzfristige Lösung. „Für die nächste Saison müssen wir dann ein ganz neues Konzept erstellen“, sagte Wollny abschließend. Am 25. Mai wollen beide Vereine ihre Gespräche fortsetzen.

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