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Landeszeitung

24. Oktober 2017 | 00:48 Uhr

Keine gute Figur

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

von
erstellt am 21.Sep.2013 | 00:33 Uhr

Auch wenn wir alle es langsam nicht mehr hören können: Das Chaos rund um Brücke und Tunnel ist immer noch Thema Nummer eins in der Region. Beim Mittagessen, abends in der Kneipe, auf dem Wochenmarkt – immer geht es um Stau, verlängerte Fahrzeiten, Lärm, Abgas-Gestank, kaputte Straßen und die Suche nach den Schuldigen.

Was sich hinter den Kulissen abspielt und nun immer stärker in die Öffentlichkeit dringt, trägt nicht gerade zur Beruhigung der Nerven bei. Da gibt es die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die sich mit immer neuen Problemen im Tunnel, den Baufirmen und ungeduldigen Autofahrern herumplagt. Eine Bundesbehörde, die ihre Arbeit am liebsten vorschriftsmäßig und in Ruhe machen würde. Geht aber nicht, denn der Tunnel ist Allgemeingut. Und die Bürger haben das Recht zu erfahren, was dort passiert.

Es wäre allerdings ungerecht zu behaupten, die WSV sei in dieser Hinsicht komplett untätig. Im Internet (www.kanaltunnel-rd.de) gibt es Informationen. Aber im Bautagebuch stammt der letzte Eintrag vom 21. August. Und der Fertigstellungstermin wird noch mit Mitte 2015 angegeben.

Das reicht einfach nicht.

Auf der anderen Seite sehen wir den Staatssekretär Frank Nägele aus dem Verkehrsministerium des Landes, der sichtlich angesäuert und dennoch mit relativ netten Worten die Konfrontation sucht. Sein Dilemma: Er hat der Bundesbehörde gar nichts vorzuschreiben. Und weil seine Bitten und Mahnungen nicht fruchteten, schwang er die Keule des öffentlichen Auftritts.

Mag sein, dass Nägele damit Erfolg hat. Es ist allerdings auch durchaus denkbar, dass die andere Behörde nun auf stur stellt, auf Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen verweist und ihr Ding durchzieht. Ohne das Ministerium.

Wie auch immer – keiner der Beteiligten macht in dieser Angelegenheit eine gute Figur. Ausbaden müssen die Folgen allerdings die Autofahrer im Stau und die lärmgeplagten Anlieger.

Das nennt man wohl vorausschauend: Verkehrsminister Reinhard Meyer will als Ersatz für die Rader- und die Eisenbahnhochbrücke einen Tunnel. Eine Idee, die schon seit Jahrzehnten immer wieder aufflackert, jetzt aber neue Nahrung erhält.

Da stellt sich doch gleich die Frage nach der Trasse. Dabei wird klar: Eigentlich geht es nur in der Nähe der jetzigen Autobahn. Unter Kanal und Borgstedter Enge hindurch zwischen Rade und Borgstedt. Alles andere ist zugebaut oder zu weit entfernt von der Autobahn, die ja wahrscheinlich nicht groß verlegt werden soll.

Und sonst? Eisenbahnhochbrücke Weltkulturerbe und außer Funktion? Der Rendsburger Bahnhof schließt sich dem Museumsstellwerk an, Neubau in der Nähe von Borgstedtfelde?

Es gibt noch eine Menge zu überlegen und zu planen.

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