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Landeszeitung

17. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

Keine Förderung für das neue Ufer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kreis gibt keine Mittel für bereits begonnene Arbeiten an der ehemaligen Stadtsee-Terrassenanlage / Baustopp überflüssig

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2016 | 12:03 Uhr

Seit rund sechs Monaten tut sich nichts an der Baustelle am Stadtsee. Nicht etwa, weil die Stadt kein Geld für die neue Uferböschung hat – die Kosten von 66 000 Euro sind längst bewilligt. Sondern weil die Verwaltung eine Förderung durch den Kreis Rendsburg-Eckernförde für die Umgestaltung haben wollte.

Den Baustopp hätte die Stadt ihren Bürgern wohl ersparen können. Eine Förderung für die neue Böschung gibt es nicht, entschied der Kreis in der vergangenen Woche. „Laut Gesetz hätte die Maßnahme noch nicht begonnen sein dürfen“, sagt Michael Wittl, Leiter des Fachdienstes Umwelt beim Kreis. Am 24. Mai sei der Antrag bei ihm eingegangen. Da war die Oberkonstruktion seit mehr als fünf Monaten abgerissen. Ebenso lange ruhten zu diesem Zeitpunkt auch schon die Arbeiten.

Sowohl bei der Stadt als auch im zuständigen Umweltausschuss war die Begründung des Kreises bislang unbekannt. Das müsse man unabhängig voneinander betrachten, sagt Ulli Clausen vom Tiefbauamt. Schließlich sei der Abriss aus Sicherheitsgründen erfolgt. „Die Bänke sahen aus, als ob sie betretbar gewesen wären.“ Es habe aber Einbruchgefahr bestanden. Michael Wittl räumt ein, dass dies nicht die einzige verfehlte Hürde gewesen sei. „Der Hauptgrund ist, dass die neue Böschung keine Ausgleichs- und Ersatzfunktion hat“, sagt er. Im stark besiedelten Innenstadtraum sei es nicht möglich, ein naturnahes Biotop entstehen zu lassen.

Die verwaiste Baustelle erweckt an prominenter Stelle vor dem Landestheater einen Eindruck der Verwahrlosung. „In zwei Bundesländern haben jetzt die Ferien begonnen, und wir hoffen alle, dass Rendsburg auch ein paar Touristen abbekommt“, sagte Gunnar Knabe (CDU) vergangene Woche im Umweltausschuss. Der Schandfleck in bester Lage bereitet dem Vorsitzenden des Gremiums Sorgen. Schwer vorstellbar, wie Touristen an dieser Stelle einen positiven Eindruck von der Stadt erhalten und vor allem weitergeben sollen. Hinzu kommt, dass durch Teilabriss und Absperrung ein weiteres Problem aufgetreten ist. Denn die Mitarbeiter des Umwelt- und Technikhofes (UTH) kommen nicht mehr an den Müll heran, der sich zwischen den Fundamenten der ehemaligen Sitzanlage sammelt. Zudem sieht das Wasser vor der Spundwand aus, als könnte man darüber laufen, so viel Unrat hat sich dort angesammelt. Knabe hofft nun auf Amtshilfe durch die Feuerwehr, die dem UTH von der Wasserseite aus die Möglichkeit geben könnte, den Dreck wegzuräumen.

Die Bauarbeiten sollen fortgeführt werden, sobald die Untere Naturschutzbehörde ihre Zustimmung gibt, sagt Clausen. Dann erfolgt die Ausschreibung, und im August könnten die Bauarbeiten fortgeführt werden. Weitere Verzögerungen nicht ausgeschlossen: „Wir werden uns mit dem Kreis über die Förderung unterhalten. Vielleicht gibt es ja doch noch eine Möglichkeit“, hofft Clausen. In jedem Fall soll die Uferböschung noch in diesem Jahr gebaut werden. Für die Bepflanzung könnte es aber knapp werden. Die wird eventuell erst 2017 folgen.  

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