Investiton : Keine Angst vor China-Konkurrenz

Neubau und Digitalisierung: Mit gleich zwei Projekten sehen Maike Kroglowski und Stefan Pollisch das Unternehmen auch in Zukunft gut positioniert.  Fotos: Hermann (3)
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Neubau und Digitalisierung: Mit gleich zwei Projekten sehen Maike Kroglowski und Stefan Pollisch das Unternehmen auch in Zukunft gut positioniert. Fotos: Hermann (3)

Metall- und Anlagenbauer aus Felde gibt rund zwei Millionen Euro für Digitalisierung und neues Gebäude aus.

shz.de von
29. Juni 2018, 10:10 Uhr

Felde | „Ein klares Bekenntnis zu Standort und Angestellten“, nennt Maike Kroglowski, stellvertretende Geschäftsführerin der Firma „WKroglowski“ die Investitionen, mit denen sich der Dienstleister im Bereich Edelstahl- und Anlagenbau für die Zukunft aufstellt, „wir wissen, welches Kapital wir an den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen haben, die bei uns arbeiten.“

Insgesamt werden es rund zwei Millionen Euro sein, die in zwei Projekte fließen. Für den Neubau einer Halle ist die Förderung durch das Land Schleswig-Holstein bereits bewilligt. Und neuer Platz wird dringend benötigt. Als das Unternehmen vor zwölf Jahren in den Neubau im Instenkamp umzog, waren es 40 Mitarbeiter. Nun sind die Metallbauer aber auch hier an die räumlichen Grenzen gestoßen, denn die Zahl der Angestellten hat sich verdoppelt.

Ein neuer Umzug stand trotzdem nie zur Debatte. Durch die Flexibilität, vor allem aber durch die räumliche Nähe sei man zu einem zuverlässigen Partner in der Region geworden, dessen Know-how im Bereich Laserschneiden, Kanten, Schweißen und Zerspanen von Unternehmen wie den Hobby-Werken in Fockbek oder einem namhaften Motorenhersteller in Kiel geschätzt wird. „Was wir hier machen, ist noch echtes Handwerk. Und bei unseren Kunden zählt ’Made in Germany’ noch“, beantwortet Maike Kroglowski die Frage nach der Konkurrenz aus Asien und Osteuropa. Die Spezialisierung auf Prototypen und Kleinserien sei eines der Erfolgsrezepte, ergänzt Stefan Pollisch, Ingenieur im Unternehmen. „Die Betreuung der Projekte durch Kunden direkt vor Ort, die direkte Kommunikation sind in Felde hervorragend gewährleistet.“

Durch den Neubau einer 1000 Quadratmeter großen Fertigungshalle sollen nun weitere Arbeitsplätze geschaffen und der Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein gestärkt werden. Auch da die gefertigten Teile immer größer würden, müsse beispielsweise auch die Montage mitwachsen.

Ein weiteres Projekt für welches das 1986 gegründete Unternehmen ebenfalls auf Landesmittel hofft, ist die Digitalisierung des mittelständischen Betriebs. Durch die Einführung eines ganzheitlichen ERP-Systems (Enterprise-Ressource-Planning) könne ganz simpel ein positiver Effekt entstehen: In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit immer größere Bedeutung bekommt, könnte Papier bald zu einem großen Teil aus dem Unternehmen verschwinden. Jeder Mitarbeiter erhält in Zukunft jede Information direkt aufs Tablet. Durch die verbesserte Materialverwaltung könne zudem der Lagerbestand reduziert, einzelne Prozesse synchronisiert und Wiederholungsfehler vermieden werden. Insgesamt käme es zu einer effizienteren Nutzung der Ressourcen.

Von einer Stärkung des Standorts profitiert auch die Fachhochschule Kiel, mit der das Unternehmen zusammenarbeitet. Studenten erhalten so die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln.

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