Kein Zurück

lz_höfer_himself

shz.de von
02. November 2013, 00:33 Uhr

Sie hat es so nicht gesagt. Aber so gemeint. Worauf wartet ihr noch?! Als die stadtbekannte Besitzerin eines Rendsburger Kinos die Einwohnerfragestunde im Bauausschuss nutzte, um das Wort an die Mitglieder des Gremiums zu richten, klang diese Frage zwischen den Zeilen durch. Wie viel Zeit soll denn noch vergehen, bis das Hertie-Haus endlich plattgemacht wird?

Eine konkrete Antwort bekam die Fragestellerin nicht. Einen großen Schritt nach vorn tat der Bauausschuss gleichwohl. Vielleicht sogar einen historischen. Das Sanierungsgebiet Altstadt kommt. Das Innerste der Innenstadt soll wieder glänzen, nicht dem Verfall überlassen werden. Schon bald soll das erste Fördergeld des Landes fließen. Eine juristisch belastbare Verpflichtung, das Hertie-Haus zu kaufen und abreißen zu lassen, ergibt sich dadurch zwar nicht. Eine moralische aber schon. Sollte sich kein privater Käufer finden, ist die Stadt zum Handeln verdammt. Die Hertie-Ruine muss weg. Es gibt keinen zweiten Weg. Seit dieser Woche gibt es kein Zurück. Zum Jahresende noch schnell Fördergeld aus dem Topf „Aktive Stadt“ kassieren, aber mit Hertie weiter nicht zu Potte kommen. Die Hand aufhalten, aber die Ärmel nicht aufkrempeln – das geht nicht. Die Tage des Hertie-Geisterhauses sind seit Dienstagabend gezählt.

Am anderen Ende der Einkaufszone ist ein Hauch von Aufbruch ja schon zu spüren. Gegenüber der Schiffbrückengalerie tut sich was. Ein Juwelier bringt seit Oktober frischen Glanz an den Platz. Das Gebäude nebenan wird demnächst abgerissen und durch einen Neubau mit Gastronomie ersetzt. Und hoffentlich ringt sich der Senat durch, den Wochenmarkt vom Schloßplatz auf den Schiffbrückenplatz zu verlegen. Andere Städte wie Eckernförde, Husum oder Flensburg führen vor, wie gemütlich die Frische-Basare sein können. Ein paar Tische und Stühle mitten im Gewühl, ein Milchkaffee zwischen Petersilie und Petunien – das würde nicht nur den Touristen gefallen. Und von einer Belebung der nördlichen Altstadt profitiert mit Sicherheit auch der Bereich am Altstädter Markt.

Sie sind bis zur Erschöpfung von Einsatz zu Einsatz geeilt: Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren leisten Großartiges, um die Folgen des Orkans zu beseitigen. Schon aus zeitlichen Gründen können sie sich nur um das Freischneiden der öffentlichen Wege und Gebäude kümmern. Es sei denn, es besteht Gefahr für Leib und Leben. Wenn sie von Hausbesitzern beschimpft werden, denen eine Linde ins Blumenbeet gefallen ist, dann ist das dumm und respektlos. Feuerwehrleute sind Lebensretter, keine Dienstleister.

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