Kein Winterdienst am Kanalufer

shz.de von
23. Januar 2014, 16:29 Uhr

Der Fall des ins Kanalwasser gestürzten Jugendlichen wirft Fragen auf. Gibt es auf den halb-öffentlichen Betriebswegen einen Winterdienst? Sie sind zwar nicht für den allgemeinen Fahrzeugverkehr, jedoch für Radfahrer und Fußgänger freigegeben und werden täglich von vielen Pendlern benutzt – auch bei Schnee und Eis. „Wir räumen und streuen nur, wenn es aus betrieblichen Gründen notwendig ist“, sagt Jörg Winkelmann, der Außenbezirksleiter Rendsburg im zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Die Verkehrssicherungspflicht, so Winkelmann, sei vertraglich auf den Kreis und auf die Stadt Rendsburg übertragen worden. Ein Mitarbeiter der Abteilung Tiefbau im Rathaus bestätigte die Existenz einer solchen Vereinbarung. Darunter falle seines Wissens jedoch nur die Unterhaltung und der Neubau der Wege, nicht der Streudienst. Niels Faust, Betriebsleiter im Umwelt- und Technikhof, wusste auf LZ-Nachfrage nichts von den Verträgen. Der städtische Räumdienst sei nicht für die Betriebswege am Kanal zuständig.

Wer mit dem Rad bei Glätte am NOK unterwegs ist, begibt sich also in eine Grauzone. Zuständig für den Winterdienst fühlt sich dort keiner. Und Schilder, die darauf hinweisen, gibt es nicht.

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