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Landeszeitung

21. August 2017 | 12:44 Uhr

Kein Musikstil ist ihnen fremd

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mitglieder des Musikzugs Alt Duvenstedt bewiesen in der Nordmarkhalle einmal mehr ihre Vielseitigkeit

„Das war wieder einmalig“, lautete die schlichte Feststellung einer Frau am Sonntagabend beim Verlassen der Nordmarkhalle. Das Urteil galt dem Konzert des Musikzugs Alt Duvenstedt, der mehr als zwei Stunden lang mit einem vielseitigen Programm die rund 900 Zuhörer auf seine Seite zog. Damit wurde zugleich der 10. von dem aus 49 Mitgliedern bestehenden Ensemble aufgenommene Tonträger vorgestellt. Sein Titel: „Tierisch gut“.

Seit zwölf Jahren hat Joachim Prechtl die Stabführung der von 14 bis knapp unter 70 Jahre alten Musiker. Und er schrieb ihnen Arrangements auf den Leib, die ebenso gut von Bandleadern wie Benny Goodman, James Last, Bert Kaempfert oder Ernst Mosch hätten stammen können. Die Alt Duvenstedter verstehen sich auf Rock, Swing, Pop, Polka und Boogie ebenso wie auf die einer Feuerwehrkapelle ursprünglich zugerechnete Marschmusik – und auch die ist hier eine Klasse für sich.

Das Konzert begann mit einem Knall: Beim furiosen „Rock Opening“ wurde Pyrotechnik eingesetzt, was dazu führte, dass der rauchende Qualm noch lange durch die Halle waberte: zur Nachahmung nicht unbedingt empfohlen. Auf Seemannslieder, in ein Medley verpackt, folgte ein seit 30 Jahren im Schrank liegendes, jetzt frisch arrangiertes „Bella-Italia“-Potpourri, bei dem, wie von Moderator Carsten Lehmann angekündigt, tatsächlich prompt die Sonne aufging. Die Scheinwerfer tauchten Bühne und Instrumentalisten bei „Bella Bimba“, „Funiculi, Funicula“ und Co. in goldgelbes Licht.

Von der beschwingten Seite zeigten die Duvenstedter sich mit „Dob’s Boogie“ – da fühlten die Zuhörer sich direkt „In the mood“. Zum rhythmischen Klatschen verführt wurde das Publikum beim erstmals präsentierten Marsch „Silberkondor“, Hawaiikränze legte das Orchester sich bei „Beach Boy’s Golden Hits“ um. Als Solisten empfahlen sich Frank Ehlers, Trompete, Carsten Lehmann, Saxophon, und Jens Agger, Bariton-Saxophon – mehr als nur Begleiter.

Und dann die beiden wie Profis auftretenden Sänger: Dass Elvis lebt – allerdings ziemlich schmächtig geworden – bewies Sebastian Arp inklusive Hüftschwung mit seiner ganz starken Viertelstunde als Presley-Zweitausgabe. Er glänzte auch mit weißem Schal à la Heesters beim „Chianti-Lied“ und „Buona sera, Signorina“. Mit Sandra Gosch, dem zweiten Gesangsstar im Konzert, gab Arp Marianne und Michael in bayrischer Mundart, empfand mit „Things“ ein Stück nach, das in den sechziger Jahren von Dean Martin und Nancy Sinatra interpretiert wurde. Sandra Gosch glänzte solo mit strahlender Stimme im Agnetha-Fältskog-Outfit beim „Best of Abba“.

Nach dem Schlussduett aus dem „Weißen Rössl“ regnete es Riesenkonfetti. Und die Zugabe „Lili Marleen“ wurde natürlich unter der Laterne gesungen. Das war nicht „nur“ das Konzert einer Feuerwehrkapelle, das war eine richtig gute Show.

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erstellt am 29.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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