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Hanerau-Hademarschen : Kein Happy-End für den Deichgrafen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Proben für den letzten Teil der Schimmelreiter-Trilogie beginnen. Regisseur Frank Düwel schreibt den Schauspielern die Texte auf den Leib.

Der Startschuss für den dritten Teil der „Schimmelreiter“-Trilogie ist gefallen. 32 Darsteller werden am 19. November mit den Proben für „Stolz und Abgrund“ beginnen, mit dessen Aufführung das außergewöhnliche Theaterprojekt auf Gut Hanerau im kommenden Sommer seinen Abschluss finden wird. Der Kartenvorverkauf für die 16 geplanten Aufführungstermine startet beim Hademarscher „Sternenzauber-Markt“ am 29. November.

In seinem Todesjahr 1888 hat Theodor Storm in Hademarschen seine „Schimmelreiter“-Novelle fertig gestellt, und 125 Jahre später wurden der Deichgraf Hauke Haien und dessen literarischen Weggefährten auf Gut Hanerau zu neuem Leben erweckt. „Haukes Jugend“ hieß der erste Teil der „Schimmelreiter“-Theatertrilogie, der am 7. Juni 2013 Premiere feierte und dann noch zehn Mal aufgeführt wurde. In diesem Jahr nun folgte Teil 2 – „Der junge Deichgraf“ – mit insgesamt 13 öffentlichen Aufführungen. Fehlt noch der dritte Teil.

Dass der Trilogie-Abschluss „Stolz und Abgrund“ heißen würde, hatte Autor und Regisseur Frank Düwel bereits zu Beginn des Theaterprojekts angekündigt. Fertig geschrieben ist das „Schimmelreiter“-Finale allerdings noch nicht. „Ich bin jetzt dabei, mit meinem Dramaturgen Manfred Scharfenstein die Struktur des Werks festzulegen“, erklärte Düwel beim Werbefoto-Shooting mit dem kostümierten Ensemble, „die endgültigen Texte werden dann erst geschrieben, wenn wir das Stück proben.“ Bei den wöchentlichen Übungsabenden, die am 19. November in der Aula der Theodor-Storm-Dörfergemeinschaftsschule beginnen, will Düwel versuchen, die Dialoge auf die Spielweise seiner Darsteller abzustimmen: „Die Texte werden so geschrieben, dass sie gut passen.“ Eine ungewöhnliche Herangehensweise, die sich aber bei Teil 1 und 2 schon bewährt hat. „Mit dieser Art zu arbeiten haben wir ein besonders schönes lebendiges Theater hervorgebracht.“

Das Ensemble ist von Jahr zu Jahr größer geworden und umfasst nun 32 Darsteller. „Drei Viertel der Spieler sind von Anfang an dabei“, stellt Düwel fest, „das sind alles sehr engagierte Laien mit viel Disziplin und einer angenehm professionellen Haltung.“ Weshalb der Autor auch zuversichtlich ist, dass die „Stolz und Abgrund“-Darbietungen im kommenden Sommer ebenso „überwältigend“ werden, wie alle bisherigen Aufführungen nach Auffassung von Renate Gaethke-Sander (1. Vorsitzende des kommunalen Arbeitskreises für Kultur- und Tourismusangebote) waren. „Wir stehen im letzten Teil vor der großen Herausforderung, die tragische Tiefe der Handlung in entsprechenden Theaterszenen und kraftvollen Bildern darzustellen“, vermerkt Düwel, „aber ich weiß, dass meine Spieler diese Herausforderung meistern werden, weil ich sie mittlerweile alle sehr gut kenne.“

Das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den fortschrittlichen Ideen des Deichgrafen führt zu einer tragischen Situation: „Hauke und Elke wechseln in eine andere Welt, weil sie in dieser Welt nicht mehr leben können.“ Ein Happy-End wird es also auch in Düwels Theaterfassung des „Schimmelreiter“-Finales nicht geben können. „Aber am Ende gibt es eine Hinwendung zum Mythos des über den Deich reitenden Deichgrafen, der das Publikum mit der Geschichte versöhnt“, verspricht der Regisseur.

Geplant sind 16 Aufführungen: am 28., 29. und 30. August sowie am 2., 3., 4., 5., 6., 10., 11., 12., 13., 17., 18., 19. und 20. September 2015. Karten für alle Vorstellungen sind beim Hademarscher „Sternenzauber“-Markt am 29. November erhältlich. Der online-Ticketverkauf soll dann Mitte Januar starten.

 

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