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Rendsburg-Eckernförde : Kein Genmais auf heimischen Feldern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Kreisbauernverband sieht trotz guter Chancen auf Zulassung kaum Interesse bei den Landwirten.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2014 | 12:45 Uhr

Gentechnisch veränderter Mais ist auf Feldern im Kreis Rendsburg-Eckernförde nicht in Sicht. Trotz großer Wahrscheinlichkeit, dass die Sorte 1507 in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland zugelassen wird, rechnet der Kreisbauernverband nicht damit, dass heimische Bauern den Genmais anbauen. „Der Mais passt nicht in unsere Struktur“, sagte Verbandsvorsitzender Klaus-Peter Lucht zur Landeszeitung.

Die EU-Agrarminister hatten sich am Dienstag bei einem Treffen in Brüssel zwar gegen die Genehmigung der Sorte 1507 der US-Saatgutfirma Dupont Pioneer ausgesprochen, bei der Abstimmung votierten aber zu wenige Minister dagegen. Das kam unter anderem auch zustande, weil sich Deutschland der Stimme enthielt. Nun entscheidet die EU-Kommission. Ihre Zustimmung wird erwartet.

„Ich rechne schon kurzfristig mit der Zulassung durch die Kommission“, sagte der Generalsekretär des Bauernverbandes, Stephan Gersteuer, auf LZ-Nachfrage. Aber: „Der Eindruck, dass schon bald überall Genmais angebaut wird, bestätigt sich nicht. Einen Anbau schließe ich eigentlich aus. Die Konstruktion der Pflanze ist für Schleswig-Holstein nicht interessant. Wir haben die Schädlinge nicht“, sagte er. Klaus-Peter Lucht erklärte: „Das Problem des Maiszünslers stellt sich uns nicht. Der Schädling kommt in unserer Struktur mit Weizenanbau, Grünland und Viehhaltung nicht auf, zudem begegnen wir dem mit normaler Bodenbearbeitung und Fruchtfolge.“ Unter den Landwirten in Rendsburg-Eckernförde bestehe kein Interesse am Anbau der Sorte, auch des hohen Preises wegen.

Die gentechnisch veränderte Maissorte 1507 ist gegen bestimmte Schädlinge und Pflanzenschutzmittel resistent. Dadurch lässt sie sich mit weniger Aufwand anbauen. Spanische Bauern profitieren bereits von Gentechnik, dort wachsen bereits andere Sorten.

„Solange die Bevölkerung so eindeutig gegen die Gentechnik ist, werden wir auch keine veränderten Pflanzen anbauen“, sagte Klaus-Peter Lucht. Er wünsche sich aber eine sachlichere Diskussion. „Ich glaube, wir haben uns in der Gesellschaft zu wenig Gedanken über die Vorteile von grüner Gentechnik gemacht“, so Lucht. Auch Stephan Gersteuer sieht das so: „Wenn wir in 30 bis 40 Jahren zehn Milliarden Menschen auf der Erde satt machen müssen, können wir nicht auf diese Züchtungsmethoden verzichten. Global gesehen ist das eine Erfolgsgeschichte. Einfuhr und Verzehr von Produkten mit gentechnisch verändertem Anteil sind in Deutschland ja bereits zugelassen.“

Beide bedauern die Wettbewerbsnachteile, die der deutschen Landwirtschaft durch die ablehnende Haltung in der Bevölkerung entstehe. Zumindest der Wissenschaft müsse die Möglichkeit vermehrt eingeräumt werden, das Gebiet zu erforschen.

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