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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Kein Geld für Schulausflug? Das Rote Kreuz springt ein

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Zahl der Anträge beim Kinderhilfsfonds nimmt zu. Die Fördersumme ist im Vorjahr um das Dreifache gestiegen.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2015 | 06:00 Uhr

In den Schulen und Kindergärten des Kreises gibt es immer mehr bedürftige Kinder. Das stellt der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fest. Die Anträge bei seinem Kinderhilfsfonds häufen sich. Im vergangenen Jahr hat der Fonds fast dreimal mehr Geld ausgeschüttet als 2013. Durch die Welle an Asylbewerbern mit Kindern rechnet das DRK mit einer zusätzlichen Erhöhung in diesem Jahr.

Der Kinderhilfsfonds ist im Jahr 2013 gegründet worden, berichtet Ute Delfs vom DRK-Kreisverband. Vorbild war ein Kieler Modell. Die Initiatoren hatten eine Lücke in der Versorgung von Kindern aus finanziell schwachen Haushalten ausgemacht: Das Bildungspaket für Empfänger von Sozialhilfe decke bereits einen großen Bedarf ab, doch häufig reiche das nicht aus. Zum Beispiel stelle das Jobcenter Geld für die Erstausstattung von Schulanfängern zur Verfügung, „aber für einen Ranzen reicht das meistens nicht“, sagt Ute Delfs. Auch für das Frühstück oder Mittagessen in der Schule werde Geld bereitgestellt. „Bis auf einen Euro“, so Delfs. Wenn Schüler von der Schulspeisung ausgeschlossen werden, weil die Eltern den Betrag nicht leisten können, kann der Kinderhilfsfonds einspringen. Ebenso, wenn es beispielsweise um Turnschuhe für den Sportunterricht, Hefte und Stifte, Theaterbesuche oder andere Ausflüge gehe, beschreibt Ute Delfs das Spektrum der Hilfskasse.

Dass der Bedarf offenbar steige, bereitet ihr Sorgen. Im vergangenen Jahr sind 35 Anträge bei ihr eingegangen. Ausgeschüttet wurden 1400 Euro. Im Gründungsjahr 2013 waren es 22 Anträge und 536 Euro. „In diesem Jahr haben uns bereits vier Anträge erreicht“, sagt sie. 2015 werden die Anträge mit Sicherheit über die Zahl des vergangenen Jahres steigen, vermutet Delfs.

Der Kinderhilfsfonds springe erst ein, wenn die Leistungen aus dem Bildungspaket ausgeschöpft seien. Anträge können ausschließlich von Lehrern oder Erzieherinnen aus dem Kindergarten gestellt werden. Das Gremium der acht Gründungsmitglieder des Fonds entscheidet laut Ute Delfs darüber, ob Hilfe gewährt werden kann. Das gehe schnell und unbürokratisch.

„Meistens drängt die Zeit, weil der Antrag in vielen Fällen die letzte Hoffnung ist und vorher bereits andere Hilfe gesucht wurde“, sagt Ute Delfs. Das Geld werde dann direkt an die Schule oder den Kindergarten gezahlt, sodass das betroffene Kind beispielsweise am Ausflug oder am Mittagessen teilnehmen könne. Wenn es etwa um Sportkleidung oder eine Schultasche gehe, werde der Rot-Kreuz-Markt in Rendsburg oder eine der DRK-Kleiderkammern im Kreisgebiet eingeschaltet.

Die Höhe der Einzelförderung richte sich nach dem individuellen Bedarf und den zur Verfügung stehenden Mitteln. Höchstens werde jedoch ein Betrag von 50 Euro im Einzelfall gewährt.

Der Fonds finanziert sich durch Spenden. Häufig seien es Beträge aus den Ortsvereinen. Aber auch der Freundeskreis des Lufttransportgeschwaders 63, die Sparkasse und die Firma Beyersdorf aus Rendsburg haben den Fonds ihr zufolge bereits bedacht.

Es habe jedoch auch Spenden von Privatpersonen gegeben, 2014 allein drei. Dafür seien Ute Delfs und der gesamte Kreisverband sehr dankbar. In diesem Jahr hat bereits Eva vom Scheidt gespendet: Auf der Feier ihres 104. Geburtstages Ende Januar hatte die Rendsburgerin verplombte Dosen aufgestellt. Die Gäste warfen insgesamt 92 Euro hinein. „Wenn man von einer durchschnittlichen Fördersumme von 25 Euro ausgeht, können wir schon fast vier Kindern damit helfen“, freute sich Ute Delfs über den Betrag. „Kinder brauchen Unterstützung, deshalb habe ich mich für den Hilfsfonds des Roten Kreuzes entschieden“, sagte Eva vom Scheidt, die bei jedem ihrer größer gefeierten Geburtstage Spenden sammelt.

Der DRK-Kreisverband sucht noch einen Schirmherrn für seinen Fonds. Bislang füllt der bekannte Vielseitigkeitsreiter Hinrich Romeike diese Rolle aus. „Er war jedoch nur für zwei Jahre verpflichtet worden“, sagt Ute Delfs. Wer sich mit der Idee identifizieren könne und den Fonds durch seine Prominenz unterstützen möchte, sei herzlich eingeladen, sich beim Kreisverband des Roten Kreuzes zu melden, so Ute Delfs.

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