Rendsburg : Kein Geld der Stadt für neues Wassersportzentrum

Baujahr 1921 und marode – das Bootshaus des Rendsburger Rudervereins.
Baujahr 1921 und marode – das Bootshaus des Rendsburger Rudervereins.

Der Senat erteilt Plänen des Rendsburger Rudervereins eine Absage. „Es wäre eine weitere Belastung für den Haushalt“, sagt Helge Hinz (SPD).

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15. Juli 2014, 06:00 Uhr

Für den Rendsburger Ruderverein (RRV) ist es ein Schuss vor den Bug – das vorläufige Ende eines ehrgeizigen Projekts: Die Stadt Rendsburg wird bei Plänen des traditionsreichen Clubs, direkt an der Obereider ein touristisches Wassersportzentrum mit Gastronomie und einfachen Unterkünften für Sportler zu errichten, nicht mitmachen. Einen entsprechenden Beschluss des Senats – gefasst in nicht-öffentlicher Sitzung – bestätigte dessen Vorsitzender Helge Hinz (SPD) jetzt der Landeszeitung. „Es ist konsequent, dass sich die Stadt an dem Wassersportzentrum finanziell nicht beteiligt“, sagte Hinz. „Es wäre eine weitere Belastung für den Haushalt. Grundsätzlich jedoch finde ich die Projektidee gut, nur müsste die Finanzierung privat erfolgen.“

Wie berichtet, ist das 93 Jahre alte Bootshaus des RRV stark sanierungsbedürftig. Es verschlingt jedes Jahr Energiekosten von fast 8000 Euro bei einem Vereinsetat von insgesamt rund 40 000 Euro. Da sich zudem die baulichen Mängel häufen, erscheint aus Sicht des Clubs nur noch ein Neubau sinnvoll. Entsprechende Pläne für ein Bootshaus mit Gästezimmern und einem Lokal am Wickenhagenweg existieren schon länger. Seit diesem Frühjahr liege ein „belastbares Finanzierungskonzept“ vor, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende Florian Berndt im April. Es wurde dem Senat am 5. Juni präsentiert. Zum jüngsten Beschluss wollte sich Berndt gestern nicht äußern. „Ein entsprechendes Votum liegt dem Vorstand nicht vor“, sagte er zur Begründung. Man sei weder von der Stadt noch durch den Senat informiert worden und könne sich auf dieser Grundlage nicht äußern, so Florian Berndt. Sollte die Stadt jedoch tatsächlich nicht in das Projekt einsteigen, sei das Projekt Wassersportzentrum damit nicht erledigt. „Dann müssen wir nach anderen Finanzierungsoptionen suchen“, so der Ruder-Fachmann, der zusammen mit seinem Vater Wolfgang Berndt und anderen jedes Jahr den E.on Hanse Cup organisiert.

Als voraussichtliche Baukosten für das Wassersportzentrum werden bis zu 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Mit der Stadt als Bauherr und Träger könnte mit Unterstützung der Aktiv-Region eine Förderung über 55 Prozent erreicht werden, so die Idee des RRV. Ein weiterer Teil könnte über Mittel aus der Gebietsentwicklungsplanung (GEP) beschafft werden. Übrig bliebe ein städtischer Anteil von 360 000 Euro, den Rendsburg über Kredite finanzieren müsste. Der Ruderverein könnte das Bootshaus anschließend verpachten und seine Schuld gegenüber der Stadt Rendsburg durch die laufenden Erlöse aus der Vermietung sowie die Einnahmen aus der Gastronomie tilgen.

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