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Rendsburg : Kein Fisch im Karpfenteich – nur viel Dreck

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Am schlechten Zustand des Gewässers hat sich nichts geändert.

Der Karpfenteich im Stadtteil Kronwerk liegt versteckt. So versteckt, dass die wenigsten ihn kennen. Gerochen haben ihn indes schon einige. Das Gewässer stinkt zum Himmel. Vor allem jetzt, im Hochsommer, wenn die hohen Temperaturen den Modergeruch noch verstärken. Dennoch fühlen sich einige Enten in dem Pfuhl offenkundig wohl. Sie tauchen unter, schütteln sich wie wild und putzen das Gefieder. Fische sind nicht zu erkennen, ein Hecht schon gar nicht. Eine leere Weinflasche ragt aus dem Wasser. Am Ufer liegen Plastikreste und anderer Unrat. Das seichte Wasser selbst hat die Farbe von Asche angenommen.

Seit dem Frühjahr beschäftigt der zwischen dem Altstädter Friedhof und der Eckernförder Straße gelegene Teich die Politik. SPD-Ratsherr Lothar Möhding hob das Thema auf die Tagesordnung des Umweltausschusses. Vom Müll und Mief genervte Anwohner hatten ihn um Hilfe gebeten. Konkrete Auswirkungen auf den Zustand des etwa Fußballfeld-großen Weihers hatte das nicht. Er wird aus einer Quelle gespeist und verfügt über keinen natürlichen Abfluss. Das Thema kam im Ausschuss zwar zur Sprache, entschieden wurde jedoch nichts. Die Mitglieder wollten sich den Karpfenteich bei einem Ortstermin ansehen. Der zweite Teil einer Spielplatz-Bereisung mit dem Fahrrad sollte am Karpfenteich beginnen. Doch dazu kam es vor der Sommerpause nicht mehr. Zuvor hatte der Vorsitz des Ausschusses gewechselt. Gunnar Knabe (CDU) löste Klaus Schaffner (Grüne) ab. In der amtlichen Niederschrift der Sitzung am 11. Juni wird der Neue an der Spitze so zitiert: Fahrradtouren seien „grundsätzlich nicht zielführend“, er halte dies nicht für die originäre Aufgabe des Gremiums. Zudem würde die konzeptionelle Arbeit darunter leiden. Um das stille Wasser wurde es wieder still.

Was bleibt, ist der Müll. Und die Furcht bei Anwohnern, Ratten könnten angelockt werden. „Das ist eine städtische Grünfläche, da muss der Umwelt- und Technikhof sammeln“, sagt der stellvertretende Ausschussvorsitzende Klaus Schaffner (Grüne). UTH-Leiter Niels Faust bestätigt, dass sein Betrieb für den Karpfenteich zuständig sei. Jedoch nur für jene Areale, die man auch erreichen könne. Man reinige den Uferbereich des Karpfenteichs turnusmäßig und werde dies demnächst wiederholen. Nur schwer ändern lässt sich der grundsätzliche Zustand des Tümpels. Unzählige Bäume sind ins Wasser gestürzt. Sie zu bergen, wäre teuer. Schaffner zitiert eine Mitarbeiterin des für solche Fälle zuständigen Fachdienstes Tiefbau der Stadt. Sie habe sinngemäß gesagt, dass der Aufwand gemessen am biologischen Nutzen zu hoch sei. Im Rathaus, wo noch immer viele Mitarbeiter im Urlaub sind, war gestern niemand zu erreichen, der über den Karpfenteich Auskunft geben konnte.

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erstellt am 12.Aug.2014 | 11:57 Uhr

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