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Rendsburger Traditionsunternehmen : Kath-Autohäuser werden verkauft

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Übernahme durch Emil Frey Gruppe. Rendsburger Eigentümerfamilie beendet 166-jährige Tradition aus „strategischen und privaten Gründen“.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Die Kath-Gruppe gehört zu den größten Arbeitgebern im Norden. An neun Standorten sind knapp 700 Mitarbeiter beschäftigt. Am Donnerstagabend wurden sie per Mail informiert, dass ein Verkauf des Unternehmens bevorsteht. Die Rendsburger Eigentümerfamilie der Kath-Gruppe und Vertreter der Emil-Frey-Gruppe Deutschland haben sich auf die Übernahme aller Kath-Autohäuser zum Jahreswechsel geeinigt. Die Kartellbehörde muss der Transaktion noch zustimmen.

Nach Angaben der Emil-Frey-Gruppe werden mit dem Betriebsübergang alle Mitarbeiter und Auszubildende an den Standorten Rendsburg, Flensburg, Kiel, Preetz, Bordesholm, Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg, Husum und Hamburg übernommen.  Auch der Name „Kath“ soll erhalten bleiben.

Die Schweizer gehören zu den Boliden der Autobranche: 54260 Neuwagen hat die Emil-Frey-Gruppe in Deutschland nach Angaben des Instituts für Automobilwirtschaft  im vergangenen Jahr abgesetzt. Damit war das Unternehmen der größte Händler von Neuwagen. Verwaltung und Geschäftsführung in Rendsburg sollen erhalten bleiben. Mit dem Abschied der Eigentümerfamilie Kath endet an der Schleswiger Chaussee eine lange Tradition. Das Unternehmen war 1848 von dem Huf- und Wagenschmied Wilhelm Siegfried Kath gegründet worden. Der Ur-Ur-Großvater des heutigen Kath-Geschäftsführers Malte Drengenberg (37) reparierte in Sorgbrück am Ochsenweg Kutschen, die den Belastungen des harten Pflasters nicht standgehalten hatten. Drei Generationen waren die Kaths ausschließlich als Schmiede tätig. Erst danach folgte der Übergang in die Automobilwirtschaft. 1929 richtete sich Hans-Christian Kath ebenfalls in Sorgbrück eine kleine Fahrrad- und Motorradwerkstatt ein. Der kleine Betrieb florierte, 1934 übernahm Hans-Christian Kath die Vertretung für DKW. Zunächst als Motorradhandel, zwei Jahre später waren auch Autos mit den vier Ringen in Sorgbrück zu haben.

1950 wechselte man nach Rendsburg. Von dort aus expandierte die Kath-Gruppe im neuen Jahrtausend stark. Mit jährlich 15000 Fahrzeugauslieferungen und einem Umsatz von über 200 Millionen Euro war das Unternehmen zeitweise der größte Handelspartner des Volkswagen-Konzerns mit den Marken Audi, VW und Skoda. Zuletzt liefen die Geschäfte schlechter. Nach Angaben von Malte Drengenberg, der 2011 seinen Bruder Hauke als Geschäftsführer ablöste,  wurden 2013 rund 4000 Neu- und 4000 Gebrauchtwagen verkauft. Der Umsatz betrug 165 Millionen Euro. Den aktuellen Fahrzeugbestand in den Autohäusern beziffert Drengenberg mit 1500. Nach Angaben des Geschäftsführenden Gesellschafters waren keine wirtschaftlichen Ursachen entscheidend für die Veräußerung. „Es bestand keine Notwendigkeit, das Unternehmen zu verkaufen. Ausschlaggebend waren grundsätzliche strategische Erwägungen und private Beweggründe.“ Die Emil-Frey-Gruppe habe sein Langem Interesse gezeigt, und man habe nach einem Nachfolger gesucht, der die Kath-Autohäuser mit der gleichen Firmenphilosophie wie seine Familie fortführen könne. Diese Voraussetzungen seien bei der Emil-Frey-Gruppe gegeben.

Nach Malte Drengenbergs Angaben wird sich für alle bisherigen Kath-Kunden durch die Übernahme nichts ändern.

Frank Höfer

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