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Aufstiegsspiele zur Handball-Oberliga : Katerstimmung statt Aufstiegsjubel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg hat das Rückspiel um den Aufstieg in die Handball-Oberliga beim TuS Esingen mit 21:30 verloren. Nach dem 29:29 im Hinspiel ist Esingen aufgestiegen.

Sie hatten viel vor, hatten sich gut vorbereitet und stehen trotzdem mit leeren Händen da. Mit 21:30 (9:14) verloren die Handballer der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg das Rückspiel um den Aufstieg in die Oberliga gegen den TuS Esingen. Im Hinspiel eine Woche zuvor war das Team von Trainer Volker Paul nicht über ein 29:29 hinausgekommen. Damit wird die HSG, sollte der THW Kiel II in der Dritten Liga nicht doch noch den Klassenerhalt schaffen, in der nächsten Saison dort weitermachen, wo sie auch in dieser Saison gespielt hat: in der SH-Liga. Die Oberliga ist mindestens ein Jahr in die Ferne gerückt.

„Wenn man vier Matchbälle nicht verwertet, dann hat man den Aufstieg auch nicht verdient“, sagte ein enttäuschter Volker Paul nach dem Spiel. Gemeint sind die wichtigen Partien gegen die HSG Tarp/Wanderup (28:29) und den TuS Lübeck (22:31) in der Punktrunde sowie die Aufstiegsspiele gegen Esingen (29:29 und 21:30). Keine davon wurde gewonnen.

Tristesse statt Titel, Katerstimmung statt Aufstieg. Haben die Westerrönfelder Angst vor der eigenen Courage oder warum versagten sie ausgerechnet dann, als es nicht passieren durfte? „Wir konnten die Leistung in den wichtigen Spielen nicht abrufen. Jetzt ist die Frage, wieso. Das müssen wir vor der nächsten Saison klären. Dann versuchen wir es noch einmal“, sagte Paul geknickt. Nächste Saison, zweiter Versuch – das bedeutet erneut 22 Spiele in einer Liga, die mit Oberligaabsteigern wie HSG Eider Harde oder TSV Mildstedt nicht einfacher wird. All das hätte sich die HSG ersparen können, doch „Esingen war einfach stärker als wir“, gab Paul unumwunden zu.

Vorher waren alle hoffnungsfroh, verspätet den Aufstieg klarmachen zu können, der im letzten Saisonspiel so knapp verdaddelt wurde. 100 treue Fans füllten den Westerrönfelder Doppeldeckerbus und unterstützten ihr Team, das sich in Esingen zwar sichtlich mühte, aber keinen Zugriff auf das Spiel bekam. Die 1:0-Führung blieb die einzige in den 60 Minuten, stattdessen musste die HSG fortwährend einem größeren Rückstand hinterherlaufen, der über 4:8, 5:10, 9:14 und 19:24 nie entscheidend schrumpfte. „Es ist leider das eingetreten, was ich nicht erwartet hatte. Die Jungs haben ihre individuelle Leistung nicht abrufen können“, erklärte Paul. Erkennbar war das an den wenigen eigenen Toren. Der Angriff war einfach zu harmlos. Ihm fehlte mit Magnus Hannemann auch der etatmäßige Spielmacher, der sich zwar mühte, rechtzeitig aus München nach Esingen zu kommen, aber erst zehn Minuten vor dem Abpfiff die Halle erreichte. Die Verteidigung offenbarte zudem ungekannte Schwächen im Eins-gegen-eins. Mehrfach wurden Westerrönfelder einfach stehen gelassen und den Torhütern die Bälle um die Ohren geworfen. „Viele hatten einfach nicht ihren besten Tag, dazu gehören Niklas Ranft, Malte Pieper und Patrick Petriesas“, sagte Paul.

Dass Esingen am Ende noch einen Kantersieg landete, war der offenen Alles-oder-nichts-Taktik Volker Pauls in den letzten zehn Minuten geschuldet. „Wir haben alles riskiert, denn die Höhe der Niederlage war ja egal. Esingen hat die Räume clever genutzt und sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen“, erklärte der Trainer und brachte es auf eine einfache Formel: „Esingen war besser.“ Aber: „Wir brauchen uns keinen Vorwurf zu machen, denn wir haben alles versucht. Viel ärgerlicher als die Aufstiegsspiele ist, dass wir es in der Saison versäumt haben, den Sack zuzumachen.“ Jetzt beginnt erst einmal die Sommerroutine. Handballpause, stattdessen zum Kicken treffen, Heidesandturnier und vor allem: vergessen.


HSG Schülp/Westerrönfeld/RD: Martensen, Tietjens – Sawitzki, Moreau, Hartwig, Pieper (4/2), Jüschke (2), Petriesas (1), Seehase (2), Woldt (7), Hornig, Cardis (3), Ranft (2), Sievers.

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erstellt am 27.Apr.2015 | 06:00 Uhr

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